Chancengleichheit

Förderprogramme

Chancengleichheit

  • Junge Forscherin, Foto: Frank Post

Die Förderung der Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nimmt in der Hochschulpolitik des Landes Baden-Württemberg einen hohen Stellenwert ein. Hierfür wendet das Land rund 4,1 Mio. Euro jährlich auf. Im Mittelpunkt der Anstrengungen steht dabei die bessere Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie, die Nachwuchsförderung von Frauen, die Stärkung der Gleichstellungsarbeit und die Erhöhung der Studentinnenanteile in den naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen.

Ein wesentliches Ziel ist die Verbesserung der Situation der wissenschaftlich tätigen Frauen an den Hochschulen des Landes. Da mit steigender Qualifikationsebene der Anteil der in der Wissenschaft tätigen Frauen abnimmt, kommt es auch in Zukunft ganz entscheidend darauf an, den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs weiterhin nachhaltig zu fördern. Die in den letzten Jahren vom Wissenschaftsministerium ergriffenen Maßnahmen zeigen erfreulicherweise schon erste Erfolge.

So stieg in den letzten Jahren an den Hochschulen Baden-Württembergs der Frauenanteil an den Professuren stetig an (2013: 18,7 Prozent). Auch bei den Promotionen (2013: 43,1 Prozent) und Habilitationen (2013: 28,1 Prozent) haben die Frauen deutlich aufgeholt. Einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten die speziellen Förderprogramme, die vom Wissenschaftsministerium unterstützt werden.   

Weitere Informationen zur Gleichstellung im Hochschulbereich erhalten Sie auf den Internetseiten der Landeskonferenzen der Gleichstellungsbeauftragten.

Förderprogramme 

Margarete-von-Wrangell-Habilitationsprogramm

  • Mit dem Förderprogramm sollen qualifizierte Wissenschaftlerinnen ermutigt werden, sich zu habilitieren. Die Finanzierung erfolgt über eine Anstellung an der Hochschule für bis zu fünf Jahre (TV-L E 13-Stellen bzw. im medizinisch-klinischen Bereich TV-Ä EG 1 - 50 Prozent-Stellen). Derzeit werden 32 Wissenschaftlerinnen gefördert. Das bundesweit einmalige Programm wird im Doppelhaushalt 2015/16 im Umfang von jährlich rd. 2 Mio. EUR je hälftig aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert. Eine Mitfinanzierung leisten ferner die Hochschulen, die von der in der Regel insgesamt fünfjährigen Beschäftigungsdauer die Kosten der letzten beiden Jahre tragen.

    Informationen: 
    Frau Dr. Dagmar Höppel, Tel: 0711/685-82003, E-Mail: hoeppel@lakog.uni-stuttgart.de www.lakog.uni-stuttgart.de

    Zur aktuellen Ausschreibung. Anträge können bis 01.07.2016 (Ausschlussfrist) gestellt werden.

Brigitte Schlieben-Lange-Programm

  • Das Brigitte Schlieben-Lange-Programm richtet sich an Frauen mit Kind, die ihre wissenschaftliche oder künstlerische Qualifikation mit familiären Aufgaben und ggfs. beruflichen Aufgaben vereinbaren und ihre wissenschaftliche oder künstlerische Qualifizierung aufnehmen, fortsetzen oder berufsbegleitend durchführen möchten.

    Rund 1 Mio. Euro pro Jahr wendet das Land mit diesem Förderprogramm zugunsten junger Mütter an Hochschulen des Landes auf, um den Frauenanteil in den Leitungspositionen der Wissenschaft weiter zu erhöhen. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der Förderung von Beschäftigungsverhältnissen, insbesondere in der Qualifizierungsphase für ein Hochschulprofessur nach der Promotion.

    Bewerbungen für die vierte Ausschreibungsrunde können bis 30.06.2016 eingereicht werden. Zur aktuellen Ausschreibung

    Informationen vermittelt für die Förderlinien I und II die Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen (LaKoG): 

    Dr. Dagmar Höppel, Tel 0711/685-82003, E-Mail: hoeppel@lakog.uni-stuttgart.de 

    und für die Förderlinie III die Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen für angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg (LaKof): 

    Doris Junginger-Lutz, Tel.: 07331/22-485, E-Mail: doris.junginger-lutz@hfwu.de

Mathilde-Planck-Lehrauftragsprogramm

  • Das Mathilde-Planck-Lehrauftragsprogramm richtet sich an berufstätige Frauen mit einem Abschluss an einer Hochschule, die Lehrerfahrungen an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, Kunst- und Musikhochschule oder der Dualen Hochschule sammeln möchten. Durch die Vergabe von Lehraufträgen sollen die Teilnehmerinnen Verbindungen zu Hochschulen knüpfen und sich für eine Professur an diesen Hochschularten qualifizieren. Auf diese Weise soll der Anteil an Professorinnen erhöht werden.

    Informationen zum Programm erteilen die Koordinierungsstelle der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen für angewandte Wissenschaften In Baden-Württemberg und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (LaKof), Tel. Nr. 07331/22485, E-Mail: info@lakof-bw.de oder www.lakof-bw.de

Professorinnenprogramm

  • Das Professorinnenprogramm hat zum Ziel, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen im Wissenschaftsbereich zu steigern.

    Mit der positiven Bewertung ihrer Gleichstellungskonzepte erhält jede der teilnehmenden Hochschulen die Möglichkeit auf eine Förderung von bis zu drei Professuren über das Programm für maximal fünf Jahre. Gleichzeitig werden über das Programm auch Gleichstellungsmaßnahmen an den Hochschulen unterstützt.

Mentoring-Programme

  • Zur wissenschaftlichen Weiterqualifizierung von Frauen bieten die Landeskonferenzen der Gleichstellungsbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg spezielle Mentoring-Progamme an.

    Das MuT-Mentoring und Training ist ein Programm zur berufsbegleitenden Unterstützung und Förderung von hochqualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen in Baden-Württemberg. Frauen, die eine Professur anstreben, sollen gezielt darin unterstützt werden, ihre Kompetenzen umzusetzen und ihre Karrierechancen erfolgreicher auszuschöpfen. Durch das Programm erhalten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, fördernde Beziehungen zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufzubauen, strukturelle Hindernisse zu überwinden und hochschulspezifische Kenntnisse und Erfahrungen zu gewinnen.

Netzwerk Frauen.Innovation.Technik (F.I.T)

  • Zur Erhöhung des Frauenanteils in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) fördert das Wissenschaftsministerium seit dem Jahr 2001 das Netzwerk Frauen.Innovation.Technik Baden-Württemberg (F.I.T). Es ist am Campus Schwenningen der Hochschule Furtwangen angesiedelt.

Landesinitiative "Frauen in MINT-Berufen"

  • Der Frauenanteil an den Studierenden ist in einigen insbesondere technischen MINT-Studiengängen auch in Baden-Württemberg noch sehr gering. Im Wintersemester 2011/2012 waren 9,3 Prozent der Studierenden in der Elektrotechnik / Elektronik weiblich und im Maschinenbau 9,7 Prozent. Es ist ein gleichstellungspolitisches Ziel des Wissenschaftsministeriums, den Frauenanteil in diesen Fächern zu erhöhen. Auch die demographische Entwicklung, der Fachkräftemangel und die Bedeutung der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge für das Innovationspotenzial des Landes machen es notwendig, mehr Frauen für diese Studienfächer zu begeistern.

    Darum führt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gemeinsam mit dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung“ durch.  

    Ziele der Landesinitiative sind:

       

    1. Gewinnung von Frauen für eine berufliche Tätigkeit im MINT-Bereich in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung
    2. Steigerung der Attraktivität von beruflichen Tätigkeiten im MINT-Bereich 
    3. Karriereförderung und Verbesserung der Wiedereinstiegschancen von Frauen im MINT-Bereich
    4. Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
    5. Verringerung der Ausstiegs- und Abbrecherquoten (Drop-out)

Weiterführende Links

DLR Projektträger


Bundesministerium für Bildung und ForschungProfessorinnen-Programm

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