Hochschulfinanzierung

Perspektive 2020

Hochschulfinanzierung

Hochschulfinanzierungsvertrag "Perspektive 2020"

Durchbruch in der Hochschulfinanzierung: Die Hochschulen in Baden-Württemberg erhalten in den Jahren 2015 bis 2020 rd. 1,7 Milliarden Euro zusätzlich. Die Landesregierung verbessert damit die Grundfinanzierung der Hochschulen und stellt mehr Mittel für den Hochschulbau zur Verfügung. Das eröffnet den Hochschulen Planungssicherheit und gute Perspektiven für die Zukunft.

Die Landesregierung und die Rektoren der baden-württembergischen Hochschulen haben am 9. Januar 2015 den neuen Hochschulfinanzierungsvertrag unterzeichnet. Die Vereinbarung mit dem Namen "Perspektive 2020" gilt für sechs Jahre ab 2015.

Mit dem neuen Hochschulfinanzierungsvertrag erhöht das Land die Grundfinanzierung der Hochschulen bis 2020 um drei Prozent pro Jahr. Damit steigt die Grundfinanzierung schrittweise von heute 2,47 Milliarden Euro auf 3,05 Milliarden im Jahr 2020. Dazu kommen 600 Millionen Euro zusätzlich für ein Sonderprogramm zur Sanierung von Hochschulgebäuden. Außerdem bekommen die Universitäten 54 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich um ihre Energiekosten zu begleichen. Dieser Betrag wird jährlich dynamisch anwachsen. Die Hochschulmedizin erhält 20 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für Sonderbedarfe. Über 20 Millionen Euro jährlich entscheiden die Studierenden künftig in einem gesetzten Rahmen eigenständig, wie diese zur Verbesserung der Lehre verwendet werden. Das Land investiert 100 Prozent der freiwerdenden BAföG-Mittel in Bildung - 60 Mio. Euro davon in die Hochschulen.

Hochschulen können bis zu 3.800 neue Stellen schaffen

„Mit dem Vertrag schaffen wir Planungssicherheit für unsere Hochschulen“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Die Hochschulen haben damit nun die Freiheit, bis zu 3.800 neue Stellen in der Grundfinanzierung einzurichten.“ Der Vertrag berücksichtige außerdem die Sondersituation der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) und der Dualen Hochschule (DHBW). Beide Hochschularten hatten sich in den letzten Jahren überproportional am Ausbau der Studienplätze beteiligt. Mit der Mitfinanzierung der Personalkostensteigerungen in den Ausbauprogrammen werde ein Konstruktionsfehler der alten Landesregierung beseitigt. 

Wissenschaftsstandort wird gestärkt - Land übernimmt Vorreiterrolle

"Das ist ein starkes Bekenntnis zum Wissenschaftsstandort", macht Wissenschaftsministerin Theresia Bauer deutlich. Das Land stärke so die Hochschulautonomie und sichere die strategische Handlungsfähigkeit der Hochschulen. Mit der dreiprozentigen Erhöhung der Grundfinanzierung der Hochschulen setzt Baden-Württemberg als erstes Land die Empfehlungen des Wissenschaftsrats, dem wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremium in Deutschland, um. Der neue Hochschulfinanzierungsvertrag löst die bisherigen Solidarpakte ab.

Kosten- und Leistungsrechnung

Die dezentrale Finanzverantwortung, die durch die Einführung des Globalhaushalts ermöglicht wurde, gibt den Hochschulen große Freiheiten bei der Verwendung ihrer Mittel. Im gemeinsamen Interesse von Regierung und Parlament sowie der Hochschulen lag daher die Ergänzung der dezentralen Finanzverantwortung durch ein Rechnungswesen, das einen Nachweis darüber gibt, welche Ressourcen bei der Erstellung der Leistungen der Hochschulen in Lehre, Forschung und bei sonstigen zentralen Dienstleistungen verbraucht werden. 

Durch die Kosten- und Leistungsrechnung wird diese notwendige Transparenz geschaffen. Sie ermöglicht die Darstellung der Ressourcenverbräuche sowohl hochschulintern als auch für die hochschulexterne Berichterstattung. Darüber hinaus ermöglicht sie auch hochschulübergreifende Vergleiche in Form des Benchmarkings. Die Kosten- und Leistungsrechnung wurde an den Hochschulen erfolgreich eingeführt. Hierauf aufbauend wurde ein mehrstufiges Controlling-System entwickelt, das der Darstellung der vereinbarten Leistungen und Ziele dient.


Downloads

Vereinbarung "Perspektive 2020" - Der Hochschulfinanzierungsvertrag Baden-Württemberg 2015-2020[PDF 258 KB]


Pressemitteilung vom 09.01.2015Mehr

Ministerin Theresia Bauer

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