Forschung

Expertenkreis Aerosole

Aerosole
„Unsere Gesellschaft ist stärker als je zuvor auf die Wissenschaft angewiesen, um dieser Pandemie die Stirn zu bieten. Unser Ziel ist es, den Menschen wieder ein Stück Normalität zu eröffnen – sei es in der Kultur oder in der Hochschule. Besonders wertvoll sind deshalb die Empfehlungen des Expertenkreises.“
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer

Expertenkreis Aerosole bewertet Corona-Schutzkonzepte wissenschaftlich

Wie breitet sich das Corona-Virus durch ausgeatmete Luft im Raum aus? Wie lange überleben die Viren in der Luft? Welche Konzentration an virenbeladenen Aerosolen ist vor allem in geschlossenen Räumen kritisch? Und welche Maßnahmen können dem entgegengesetzt werden?

Aerosole, gasgetragene flüssige oder feste Partikel, gelten als einer der wesentlichen Übertragungswege für SARS-CoV-2. Die baden-württembergische Landesregierung hat deshalb im Oktober 2020 den multidisziplinären Expertenkreis Aerosole eingesetzt. Dieser bringt die wissenschaftliche Kompetenz in den relevanten Fachgebieten zum Thema „Übertragungsweg durch Aerosole“ ein. Zudem berät er fachkundig zuständige Behörden bezüglich aerosolbezogener Fragestellungen und daraus resultierender Schutzmaßnahmen (oder deren Kombinationen) hinsichtlich des Infektionsschutzes unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie deren Umsetzbarkeit.

Stellungnahmen des Expertenkreises Aerosole
In seiner ersten Stellungnahme hat der Expertenkreis den Stand der Forschung im Bereich Aerosole und SARS-CoV-2 Übertragung aus den unterschiedlichen Disziplinen zusammengestellt. Er hat eine übergreifende Bewertung von Schutzkonzepten vorgenommen, mit dem Ziel, Quellen virusbeladener Luft zu vermeiden oder zu verringern und ein Senken zu stärken. Die Einschätzungen und Empfehlungen sollen es den Entscheidungsträgern ermöglichen, Schutzkonzepte anzupassen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen:
1. Stellungnahme: Aerosole und SARS CoV2 – Entstehung, Infektiosität, Ausbreitung und Minderung luftgetragener, virenhaltiger Teilchen in der Atemluft vom 3. Dezember 2020

In seiner zweiten Stellungnahme hat der Expertenkreis Aerosole spezielle Fragestellungen zu den Virusmutationen bearbeitet und Aussagen zu Aerosolbelastungen und Infektionsrisiken in Fahrzeugen des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs (Bus, Straßenbahn, U- bzw. S-Bahn, Zug) sowie in Fahrzeugen privater Fahrgemeinschaften getroffen. Auch im Bereich Kultur- und sonstige Veranstaltungen hat er unterschiedliche Modelle und Studien im Hinblick auf schrittweise Öffnungsmöglichkeiten bewertet:
2. Stellungnahme: Virusmutationen, Aerosole in Fahrzeugen und Belüftungskonzepte in kulturellen Einrichtungen vom 24. März 2021

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Expertenkreises

Der Expertenkreis setzt sich aus natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forscherinnen und Forschern der baden-württembergischen Universitäten (KIT und Stuttgart) und Hochschulen (Biberach und Heilbronn) sowie Medizinerinnen und Medizinern sowie Krankenhaushygienikerinnen und Krankenhaushygienikern der Universitätskliniken (Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm) und aus Vertreterinnen und Vertretern des Landesgesundheitsamts Stuttgart zusammen.