Pressemitteilung

Forschung
  • 07.07.2017

Cyber Valley zieht Spitzenforscher aus aller Welt an

  • Auftaktveranstaltung der Forschungsoffensive Cyber Valley, Foto: Marijan Murat/dpa

Es soll der europäische Hot Spot auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und der Robotik werden: Cyber Valley bündelt die Forschungsaktivitäten von internationalen Key-Playern aus Wissenschaft und Industrie in der Region Stuttgart-Tübingen. Bereits ein halbes Jahr nach dem Startschuss lässt sich absehen: Das Konzept ist international hochattraktiv.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: Top-Wissenschaftler aus der ganzen Welt bewerben sich um die Plätze. Wir haben gute Chancen, die kritische Masse für ein sich selbst verstärkendes System zu erreichen

Gefördert durch das Land Baden-Württemberg werden die Cyber-Valley-Partner neue Forschungsgruppen und Lehrstühle auf den Gebieten Maschinelles Lernen, Robotik und Computer Vision schaffen und sie in einem neuen Zentrum in der Region Stuttgart-Tübingen zusammenführen. Zudem werden in einer neuen und weltweit einzigartigen Graduiertenschule für Intelligente Systeme in den kommenden Jahren 100 Doktoranden ausgebildet.

Kooperationspartner sind die Universitäten Stuttgart und Tübingen, das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme sowie die Unternehmen Bosch, Daimler, Porsche, BMW, ZF Friedrichshafen und Facebook. 

Internationale Aufmerksamkeit: Stellen für Forschungsgruppenleiter 10-fach überzeichnet

Die Stellen für 9 Forschungsgruppenleiter sind bereits ausgeschrieben. Derzeit läuft das Auswahlverfahren. 100 Personen aus 24 Ländern haben sich beworben. Neben Deutschland und den USA kommen die Bewerbungen unter anderem aus der Schweiz, Österreich, UK, Türkei und Australien, sowie aus weiteren Ländern.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Es ist bereits abzusehen, dass Cyber Valley international große Beachtung findet. Unter den Bewerbern finden sich die weltweit besten Nachwuchswissenschaftler in ihren Fachgebieten. Das zeigt, dass wir gute Chancen haben, die notwendige kritische Masse zu erreichen, die es braucht, um ein sich selbst verstärkendes System aufzubauen.“

Für die International Max Planck Research School for Intelligent Systems (IMPRS) - eine der begehrten Graduiertenschulen - haben sich insgesamt 362 Personen beworben. Die Kandidaten stammen aus 14 Ländern. Neben europäischen Bewerbern aus Deutschland, Spanien, Italien oder der Schweiz, stammen eine Reihe weiterer Kandidaten aus den USA, außerdem aus Südkorea, Indien und weiteren Ländern. 31 Bewerberinnen und Bewerbern wurden bereits Doktorandenstellen am MPI und den Universitäten angeboten.

Die Forschungsthemen betreffen die Bereiche:

  • Computer Vision
  • Machine Learning
  • Robotics
  • Haptics
  • Control Systems
  • Perceptual Inference
  • Computer Graphics
  • Micro- and Nano-Robotics

Allein die IMPRS wird vom Wissenschaftsministerium über die nächsten 6 Jahre mit insgesamt 2,23 Millionen Euro gefördert.

Neue Lehrstühle an den Universitäten Stuttgart und Tübingen
Als weitere Kernelemente von Cyber Valley sollen nach und nach zehn neue, teils durch Stiftungsmittel finanzierte Professuren an der Eberhard Karls Universität Tübingen und an der Universität Stuttgart eingerichtet werden. Die Etablierung der neuen Lehrstühle wird in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt.

Mit einem neuen Modell der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft soll Cyber Valley zu einem eigenen Ökosystem für den Technologietransfer im Bereich der Künstlichen Intelligenz heranwachsen. Denn bei der Entwicklung intelligenter Systeme ist der Weg von der Grundlagenforschung bis zur Kommerzialisierung oft nur sehr kurz: Start-ups, die im Umfeld der Forschung entstehen, sind Motoren dieser Entwicklung. Cyber Valley bildet durch eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft die ideale Umgebung zur Förderung solcher Unternehmensgründungen.

Hintergrund:
Intelligente Systeme werden in Zukunft in immer mehr Bereichen des Lebens wichtig: Sie könnten uns schon bald als autonome Fahrzeuge chauffieren, als Haushaltshilfe im Alltag zur Seite stehen, Rettungseinsätze übernehmen, die für Menschen zu gefährlich sind, oder als winzige Roboter im menschlichen Körper Krankheiten diagnostizieren und bekämpfen. Künstliche Intelligenz gilt deshalb als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Kein Wunder, dass sowohl die Grundlagenforschung als auch die Industrie weltweit daran arbeiten, die Intelligenz von Maschinen weiter zu beflügeln.


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