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Projekt
„School of Rock“ der Popakademie Baden-Württemberg erhält Landeslehrpreis Mit
Musik Toleranz und soziale Kompetenzen vermitteln |
Musik ist die organisierte Form von
Schallereignissen – so steht es im Lexikon. Doch Musik ist noch weit mehr: Sie
schafft Verbindungen, bringt Menschen zusammen, überbrückt spielend kulturelle
Grenzen. Obwohl dies gerade auch für populäre Musik gilt, ist sie bislang kaum
im Musikunterreicht an allgemeinbildenden Schulen verankert. Die Popakademie
Baden-Württemberg hat dieses Potenzial erkannt. „School of Rock“ heißt das Projekt,
das seit 2005 mit wachsendem Erfolg populäre Musik in zahlreiche Schulen der
Metropolregion Rhein-Neckar bringt. Für diese Lehrveranstaltung mit ebenso
innovativem wie integrativem Charakter erhält der Fachbereich Popmusikdesign an
der Popakademie Baden-Württemberg im Jahr 2009 den mit 50.000 Euro dotierten Landeslehrpreis.
Tourbus der Popakademie wird an Schulen begeistert empfangen
Wenn die rund 30 Studierenden der Popakademie
einmal jährlich mit ihrem vollbeladenen Tourbus etwa ein Dutzend Schulen
besuchen, werden sie von den Schülerinnen und Schülern aller Altersklassen
stets begeistert in Empfang genommen. Gitarrenakkorde, Bassläufe, Trommelwirbel
sowie tolle Songs und Rhythmen stehen auf dem Stundenplan, nachdem Instrumente,
Verstärker und restliche Technik aufgebaut sind und man sich gemeinsam mit
Body-Percussion locker gemacht hat. Doch nicht nur die Jugendlichen dürfen sich
einen Tag lang ganz der Musik hingeben, auch die Lehrerinnen und Lehrer sind
dabei, wenn die „School of Rock“ Station in ihrer Schule macht. Ziel ist die
nachhaltige Integration von Popmusik in den Musikunterricht.
Lehrer-Coachings für dauerhafte Verankerung populärer Musik
„Damit die Studierenden der Popakademie für
ihren Einsatz an den Schulen optimal präpariert sind, erhalten sie im Vorfeld
eine intensive Vorbereitung in Form eines speziellen Seminarprogramms“, erklärt
Heiko Wandler, der als Studiengangsmanager Popmusikdesign an der Popakademie für
„School of Rock“ verantwortlich ist. Im Wahlpflichtfach „Bandtraining/Ensemble-Leitung“
werden die beteiligten Studierenden in Methodik und Didaktik der Popmusik in
einzelnen Modulen unterwiesen. „Auch alle am Projekt beteiligten Lehrerinnen
und Lehrer sowie weitere interessierte Lehrkräfte werden nach Ablauf der Projektphase
nachhaltig auf die mögliche weitere Integration von Popmusik in den
Schulunterricht vorbereitet“, so Heiko Wandler. „Sie erhalten hierfür ein umfangreiches,
fundiertes Coaching. Dabei werden sie befähigt, ihre Schüler auch nach dem
Besuch der ‚School of Rock‘ zu unterstützen, etwa bei der Organisation eigener
Schülerbands.“
Ein identitätsstiftendes gemeinsames
Erlebnis sind in jedem Jahr die Konzerte
der „School of Rock“ in den teilnehmenden Schulen sowie das große Abschlusskonzert.
Hier zeigen Schüler- und Lehrerbands sowie Chöre, was sie im Rahmen des
Projekts gelernt haben. Dankesbriefe von Schulen und Schülern sind nicht das
einzige Indiz für den Erfolg der „School of Rock“. Noch wichtiger ist die Tatsache,
dass sich viele Kinder und Jugendliche nach dem intensiven Kennenlernen
populärer Musik plötzlich dafür interessieren, ein Instrument zu erlernen oder
eine Band zu gründen.
Nach dem großen Erfolg der „School of Rock“ in
den Jahren 2005 bis 2009 wird eine fünfte Runde, ebenfalls wieder in
Kooperation mit der BASF SE, im Jahr 2010 bereits geplant. Zudem hat die „School
of Rock“ auch international Schule gemacht: Gemeinsam mit dem Goethe-Institut
in Frankreich wurde im Herbst 2008 erstmals das Projekt PASCH durchgeführt,
eine zweiwöchige Tour, die konzeptionell an das erfolgreiche Modell „School of
Rock“ angelehnt ist und die mit einem Abschlusskonzert in Paris ihren Höhepunkt
fand.
Das Preisgeld des Landeslehrpreises möchte der
Fachbereich Popmusikdesign der Popakademie für die Anschaffung von Instrumenten
und technischen Einrichtungen für die Produktionsarbeit im Tonstudio verwenden.
Damit soll das Konzept der „School of Rock“ weiter vorangetrieben werden.
Vita Heiko Wandler
Heiko Wandler wurde 1975 geboren. Er
studierte an der Universität Karlsruhe Musikwissenschaft, Soziologie,
Philosophie, Multimedia und Musikinformatik. Nach seinem Studium war er unter
anderem an der Hochschule für Musik in Karlsruhe tätig, wo er derzeit zum Thema
„Der Einfluss der elektronischen Musikinstrumente und der Tonstudiotechnik auf
das Klangbild der Pop- und Rockmusik“ promoviert. Im Jahr 2005 veröffentlichte
er sein Buch „Elektronische Klangerzeugung und Musikreproduktion – Einflüsse
auf die Musik des 20. Jahrhunderts“. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem in
den Bereichen Klangsynthese, Musikproduktion, Akustik und Musik- und
Medientechnologie.