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Landesforschungspreis 2008

Preis für Angewandte Forschung - Prof. Dr. Jürg Leuthold

Bild: Professor Dr. Jürg Leuthold
Prof. Dr. Jürg Leuthold

Den Landesforschungspreis für Angewandte Forschung erhält Professor Dr. Jürg Leuthold, Leiter des Instituts für Photonik und Quantenelektronik an der Universität Karlsruhe. Er forscht auf dem Gebiet der Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung und hat eine Technologie entwickelt, mit der Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Gigabit pro Sekunde – das entspricht circa fünf DVD-Spielfilmen – übertragen werden. Bisher liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 40 Gigabit pro Sekunde. Möglich ist dies durch einen auf Silizium basierten Halbleiterchip an der Pforte des Rechners, der die Daten optisch überträgt.

Preis für Grundlagenforschung - Prof. Dr. Nikolaus Pfanner

Bild: Prof. Dr. Nikolaus Pfanner
Prof. Dr. Nikolaus Pfanner

Den Landesforschungspreis für Grundlagenforschung erhält zur Hälfte Prof. Dr. Nikolaus Pfanner, Leiter des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie an der Universität Freiburg. Ihm ist es weltweit erstmals gelungen, die Zusammensetzung der Kraftwerke der Zellen, also der Mitochondrien, zu entschlüsseln. Darüber hinaus sammelten er und sein Team Erkenntnisse darüber, wie die Proteine (Eiweiße) der Kraftwerke an ihren Arbeitsplatz kommen. Dies ist deshalb wichtig, da bei Störungen des Proteintransports in die Kraftwerke Krankheiten entstehen. Die Forschung zu den Kraftwerken liefert damit die Grundlagen für zahlreiche klinische Forscher, um die Ursachen der Erbkrankheiten zu verstehen und längerfristig auch Therapiemöglichkeiten zu entwickeln.

Preis für Grundlagenforschung - Prof. Dr. Wolfram Pyta

Bild: Prof. Dr. Wolfram Pyta
Prof. Dr. Wolfram Pyta

Den Landesforschungspreis für Grundlagenforschung erhält ebenfalls zur Hälfte Prof. Dr. Wolfram Pyta, Leiter der Abteilung Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Der Stuttgarter Historiker liefert einen neuen Erklärungsansatz zur historischen Rolle Paul von Hindenburgs. Er sieht in Hindenburg keineswegs eine „altersschwache Schachfigur", die nach Belieben vorgeschoben werden konnte, sondern einen Machtmenschen, dessen Mythos und Charisma ihm die notwendige Stärke verliehen haben, politische Entscheidungen zu treffen und Hitler die Reichskanzlerschaft zu ermöglichen. Die Umwandlung von symbolischem und kulturellem Kapital in politische Macht, wie sie bei Hindenburg stattgefunden hat, war bisher nicht systematisch erforscht worden.