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Film

 

Baden-Württemberg betreibt eine eigens konzipierte Filmförderung, die primär kulturellen Kriterien folgt, aber auch wirtschaftliche Effekte auslösen soll. Im Zusammenspiel von politischer Steuerung und Fördermaßnahmen gewinnt das Land so ein originäres Profil als Film- und Medienstandort mit herausragenden Ausbildungsstätten und einem innovativ voranschreitenden Produktionsbereich

 

Filmbranche: Vitale szene mit großem Innovationspotenzial

Obwohl Baden-Württemberg kein klassischer Filmstandort ist, hat die Szene des Landes in den vergangenen Jahren sichtbar an Strahlkraft gewonnen. Sender, Produktionsstätten und Bildungseinrichtungen sowie eine gute Vernetzung mit der IT- und Kreativwirtschaft sorgen für ein Klima, in dem sich Filmschaffende entfalten können. Mit ausschlaggebend für den guten Ruf des Landes in der Branche ist die Filmakademie Baden-Württemberg mit ihrem Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion, deren Studierende auf Filmfestivals weltweit Preise gewinnen.

 

Gefördert wird die positive Entwicklung durch das Engagement der 1995 gegründeten MFG Baden-Württemberg, die eng mit der Filmakademie zusammenarbeitet. Mit einem Gesamtbudget von derzeit rund 15 Mio. Euro im Jahr unterstützt die MFG Filmförderung insbesondere qualitätsvolle Kino- und Fernsehproduktionen.

 

Wichtige Anlaufstellen für Filmemacher sind zudem das 1982 gegründete Filmbüro Baden-Württemberg e. V. mit Sitz im Filmhaus Stuttgart, das als Interessenvertretung der Filmschaffenden fungiert, sowie die Film Commission Region Stuttgart und weitere Location-Büros in Baden-Württemberg. Sie bieten Beratung und Services rund um Drehorte und Drehgenehmigungen, kennen spezialisierte Fachleute und Dienstleister vor Ort.

 

Neue Filmkonzeption Baden-Württemberg

Die neue Filmkonzeption Baden-Württemberg wurde von einer Facharbeitsgruppe erar-beitet und am 15. Dezember 2008 vom Ministerrat beschlossen. In der Arbeitsgruppe waren neben Vertretern der Ministerien auch der Südwestrundfunk, die MFG Medien- und Filmgesellschaft, die Filmakademie und die Film Commission Region Stuttgart vertreten. Dazu kamen zahlreiche Vertreter der Filmbranche. Ziel der zukünftigen Filmpolitik des Landes ist es, an die erfolgreiche Entwicklung in der Vergangenheit anzuknüpfen und den Filmstandort Baden-Württemberg in den nächsten Jahren deutlich auszubauen. Die zentralen Herausforderungen liegen dabei in einer deutlichen Steigerung des Produktionsvolumens am Filmstandort sowie in der Konzentration der Filmpolitik auf Branchensegmente wie den Animationsbereich und die gezielte Förderung von Serienproduktionen, die die besten Wachstumschancen für den Standort bieten. Auch wenn die neue Filmkonzeption einen deutlichen Schwerpunkt auf der Entwicklung der Filmwirtschaft legt, werden die bisherigen Grundsätze und die Förderung der Filmkunst sowie der Filmausbildung nicht aufgegeben. Zum Ausbau des Filmstandorts wurde in der Filmkonzeption ein umfangreiches Maßnahmenpaket zusammengestellt. Meilensteine sind dabei die Erhöhung der Filmfördermittel in 2009 um 3 Mio. Euro und ab 2010 um 5 Mio. Euro, der Ausbau der bestehenden Kooperationen mit Fernsehsendern sowie eine Clusterinitiative für den Gesamtbereich Film und digitale Medien.

 

Die Filmkonzeption legt insbesondere einen Schwerpunkt auf die Nachwuchsförderung, die dahingehend weiterentwickelt werden soll, dass Nachwuchstalenten nach dem Debütfilm ein Weg zu größeren Produktionen eröffnet wird. Ein weiterer Fokus liegt auf der Computeranimation, die immer stärker an Bedeutung gewinnt und mit einer sehr dynamischen Entwicklung beste Wachstumschancen für Baden-Württemberg bietet. Auch der Werbe- und Wirtschaftsfilm soll im Rahmen einer baden-württembergischen Clus-terinitiative gestärkt werden, und es sind konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzierungssituation von Filmproduzenten geplant. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Erhalt und die Weiterentwicklung der baden-württembergischen Filmfestivals sowie des Hauses des Dokumentarfilms. Im Zuge der Filmkonzeption wurden die Landeszuschüsse für die Festivals um 10 Prozent erhöht. Ebenfalls von erheblicher Bedeutung ist die Weiterentwicklung der baden-württembergischen Kinolandschaft. Die MFG Medien- und Filmgesellschaft unterstützt die Kinos neben den regulären Fördermaßnahmen bei der derzeit größten Herausforderung - der Umrüstung auf digitale Vorführtechnik mit dem Sonderprogramm Digitalisierung. In der hervorragend aufgestellten Filmausbildung geht es vor allem um Qualitätssicherung.