Große Landesausstellungen
Die Tradition großer Landesausstellungen geht auf das Jahr 1977 zurück, als anlässlich des 25-jährigen Landesjubiläums die außerordentlich erfolgreiche „Staufer-Ausstellung“ stattfand. Große Landesausstellungen sind umfangreiche und herausragende Ausstellungen, die ein spezifisch auf den südwestdeutschen Raum bezogenes Thema behandeln. Mit ihrer Ausrichtung auf das Land, seine Kultur und seine Geschichte sollen sie auch die Landesidentität fördern.
Zu den Großen Landesausstellungen gehören auch Ausstellungen, die sich anderen speziellen Themen aus Kunst, Kultur und Naturwissenschaften widmen können. Bedeutende Beispiele sind die besonders erfolgreichen Ausstellungen „Saurier - Erfolgsmodell der Evolution“ im Jahr 2007 im Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart und im Jahr 2008 die Ausstellung „Matisse - Menschen, Masken, Modelle“ an der Staatsgalerie Stuttgart.
Übersicht der laufenden und geplanten Großen Landesausstellungen bis 2016:
Große Landesausstellungen 2013
Durch Nacht zum Licht? Die Geschichte der Arbeiterbewegung 1863 bis 2013
vom 2. Februar - 25. August 2013 Technoseum Mannheim
Kooperationen: DHM Berlin, HdG Bonn, Universität Bochum, Archiv der sozialen Demokratie Bonn u. v . a.
Der 23. Mai 1863 zählt in der deutschen Geschichte als die Geburtsstunde einer nationalen Arbeiterbewegung und -partei. Mit der Gründung des „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins“ (ADAV) begann schon Jahre vor der Bismarckschen Reichseinigung eine gesellschafts- und sozialpolitische Entwicklung, die jede Ausformung eines deutschen Nationalstaates seither prägte. Die Ausstellung thematisiert Aufstieg, Blüte und Krisen der Arbeiterbewegung in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse. Trotz Fokus auf „Technik und Arbeit“ wird auf die prägenden gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen eingegangen.
Technoseum - Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim
Bodenlos - durch die Luft und unter Wasser
vom 25. April bis 27. Oktober 2013 Naturkundemuseum Karlsruhe
Kooperation: Verschiedene Naturhistorische Museen, TECHNOSEUM-LTA, Deutsches Zentrum für Luft- und Rumfahrt, Universitäten Karlsruhe, Heidelberg und Darmstadt, Zeppelinmuseum u.v.a.
Fortbewegungsmechanismen von Tieren, Pflanzen und technischen Konstruktionen in Luft und Wasser und deren Entwicklung im direkten Vergleich zu erschließen ist bisher noch nie in einer Ausstellung gezeigt worden. Ziel der Ausstellung ist es, Bewegungsmechanismen in Luft und Wasser begreifbar zu machen. Der Vergleich natürlicher und technischer Konstruktionen, die sich in drei Dimensionen bewegen können, soll verdeutlichen, wie sehr sich die jeweiligen Lösungen in beiden Medien ähneln.
Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe
Die Romanows, Württemberg und Europa vom 5. Oktober 2013 bis 23. März 2014, Landesmuseum Württemberg
Kooperationen: Staatsarchiv, Staatsgalerie, Haus der Heimat, russische Museen
Im Jahr 2013 jährt sich zum 400sten mal, dass mit Michael Fedorovic (1596 - 1645) der erste Romanov den russischen Zarenthron bestieg. 300 Jahre lang, bis zur Revolution hielten sich die Romanovs auf dem Thron. Eine große, anspruchsvolle Ausstellung ausschließlich zum Thema „Die Romanovs und Württemberg“ hat es noch nicht gegeben. Der Grund, die Ausstellung auszurichten, sind die engen dy-nastischen Verflechtungen zwischen den beiden Häusern.
INKA - Könige der Anden
vom 12. Oktober 2013 - 16. März 2014, Linden-Museum Stuttgart
Die Sonderausstellung bindet die großen Themen von Ursprung, Expansion und Höhepunkt der Entfaltung von Kunst, Architektur sowie politischer und religiöser Macht sowie den letztendlichen Niedergang des Inka-Reiches an dominierende und herausragende Persönlichkeiten der Inka. Das Konzept der Ausstellung gibt der Kultur der Inka, die sonst vor allem durch ihre Bauwerke bekannt geworden ist, ein Gesicht und bietet dem Besucher einen leicht nachvollziehbaren „roten“ Faden.
Große Landesausstellungen 2014
Das Konstanzer Konzil. Weltereignis des Mittelalters 1414 bis 1418
27. April bis 21. September 2014, Badisches Landesmuseum (Ausstellungsort: Konstanz)
Kooperationen: Universitäten Heidelberg u. Konstanz, ALM, Konstanzer Museen und Archive, Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte.
Das Konstanzer Konzil wird als größtes welthistorisches Ereignis auf heute baden-württembergischem Boden gewertet. Der wichtigste Punkt der Verhandlungen des Konzils war die Wiederherstellung der Einheit der Kirche. Die causa reformationis bezieht sich auf notwendige Reformen innerkirchlicher Zustände. Schließlich sollten in der causa fidei Fragen der kirchlichen Verkündigung und Sakramentslehre geklärt und damit die Ketzerei wirksam bekämpft werden.
Während des Konzils stand Konstanz für vier Jahre im Mittelpunkt des kirchenpolitischen Interesses in Europa. Kaiser, Papst und Kirchenfürsten nahmen mit ihrem jeweiligen Gefolge in Konstanz und den umliegenden Orten Aufenthalt. Man zählte 33 Kardinäle, 346 Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe, 2148 weltliche Doktoren sowie 546 Vorsteher und Glieder der Mönchsorden, alle mit Pferden und ihren zahlreichen Begleitern, so dass die Stadt aus allen Nähten platzte. Die geschätzten 50.000 bis 70.000 Konzilbesucher verschafften der Stadt nicht nur einen beträchtlichen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, sondern brachten sie während der vier Jahre auch an die Grenze ihrer Belastbarkeit.
Der 1. Weltkrieg in Südwestdeutschland
1. Halbjahr, Haus der Geschichte
2014 jährt sich der Beginn des 1. Weltkrieges zum 100. Mal. Es war der erste moderne Massenkrieg mit bis dahin unvorstellbaren Totenzahlen und einer nationalistischen Verhetzung, die angesichts der eigenen Verluste keinen zukunftsträchtigen Friedensschluss zuließ, weder im Osten mit dem Vertrag von Brest-Litwosk noch gar im Westen mit dem Versailler Vertrag. Gleichzeitig war im 1. Weltkrieg noch eine deutliche Trennung zwischen Front und Heimat gegeben. Der Verlauf und das Ende des 1. Weltkriegs trugen ganz wesentlich zu den enormen Vorbelastungen der Weimarer Republik bei, der die erste deutsche Demokratie nicht gewachsen war.
Oskar Schlemmer. Visionen einer neuen Welt
21. November 2014 bis 6. April 2015, Staatsgalerie Stuttgart
Oskar Schlemmer (1888 - 1943) war einer der bedeutendsten Künstler der Moderne und geborener Stuttgarter. Sein Werk wurde zuletzt 1977 in einer Retrospektive der Staatsgalerie umfassend gewürdigt. Die Große Landesausstellung 2014 zeigt das facettenreiche Werk des Stuttgarter Bauhauskünstlers, das alle Varianten der Malerei ebenso wie Skulptur und Bühnenkunst umfasst. Die Staatsgalerie verfügt über die umfangreichste Sammlung seiner Werke. Neben zahlreichen Gemälden, Skulpturen, graphischen Arbeiten und Originalkostümen werden auch bislang unveröffentlichte Dokumente die künstlerische Vision Schlemmers vermitteln. Schlemmers Auffassung vom Menschen als "Maß aller Dinge" war zu seiner Zeit am Bauhaus einzigartig. Dabei spricht er der Kunst die Kraft zu, die Erschaffung einer neuen Welt zu bewirken.
Große Landesausstellungen 2015
Doppelausstellung
Karlsruhe 1715 - 2015 - Kreuzpunkt der Kulturen zwischen Frankreich und Deutschland (300-jähriges Jubiläum der Stadt Karlsruhe) Badisches Landesmuseum
Kooperationen: Karlsruhe, Straßburg, DRAC, PAMINA, OMP, Universität Mannheim, Universität Straßburg, Memorial in Schirmeck.
Die Jubiläumsausstellung soll den Blick ins Regionale, sogar Internationale öffnen. Die Beziehungen zu Frankreich haben in der gesamten Geschichte von Karlsruhe eine herausragende Rolle gespielt. Die Stadt war häufig Mittler französischer Kultur nach Deutschland und vor allem dem Südwesten, aber verschiedentlich auch westlicher Posten Deutschlands in Geschichte und Kultur nach Westen hin.
Karoline Luise von Baden - Sammlerin von europäischem Rang (300-jähriges Stadtjubiläum Karlsruhe) Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Markgräfin Karoline Luise von Baden (1723-1783) zählt zu den großen Sammlerpersönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Durch Geschmack, Geschick und Aufwendung privater finanzieller Mittel gelang es ihr, eine vorzügliche Sammlung von rund 200 Gemälden aufzubauen. Gut die Hälfte der von Karoline Luise erworbenen Bilder befindet sich noch heute im Bestand der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, darunter berühmte Meisterwerke von Rembrandt, Gerard Dou, Jean Siméon Chardin und François Boucher.
In der Ausstellung werden die noch in Karlsruhe bewahrten Gemälde mit solchen zusammengeführt, die sich ursprünglich in Karoline Luises Sammlung befanden, heute jedoch über Museen in Europa und den USA verstreut sind. Auch die Kontakte der Fürstin zu Künstlern (so etwa Jean Etienne Liotard), Intellektuellen (Voltaire), Kunsthändlern und Sammlern in zahlreichen Ländern werden durch Dokumente und Bilder anschaulich.
Die Große Landesausstellung 2015 wird dieses europäische Hochniveau aus Anlass des 300jährigen Stadtjubiläums eindrucksvoll vor Augen führen.
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Pfahlbauten Archäologisches Landesmuseum
2. Halbjahr, Ausstellungsort: Stuttgart/Kunstgebäude und ggf. Zürich
Kooperationen: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart; Schweizer Landesmuseum Zürich; Kantonsarchäologie Kanton Thurgau
Zur Zeit wird ein internationaler Antrag unter der Federführung der Schweiz vorbereitet, die Pfahlbausiedlung aufgrund ihrer großen Bedeutung als UNESCO-Weltkulturerbestätten einzutragen. Am Bodensee und an den Seen Oberschwabens sind weit über hundert Pfahlbausiedlungen bekannt. Ihre Erforschung bildet seit 1983 ein Schwerpunkt in der Landesarchäologie. Sie erbrachte hervorragende neue Ergebnisse zur Lebensweise der Menschen in der Jungsteinzeit und Bronzezeit (ca. 4000 – 800 v.Chr.). Aufgrund naturwissenschaftlicher Spezialuntersuchungen gibt es derzeit keinen anderen Naturraum Baden-Württembergs, über den ähnlich umfangreiche landschaftsarchäologische Informationen vorliegen.
Herzblut - Geschichte und Zukunft der Medizintechnik (25-jähriges Museumsjubiläum)
2. Halbjahr, TECHNOSEUM - Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim
Kooperationen: Universitäten Heidelberg, Mannheim und Zürich, Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt, Unternehmen der Medizintechnik, Medizinhistorisches Institut, Krankenkassen, DRK u. v. a.
Im 19. Jahrhundert vollzieht sich der Aufbruch der Medizin in die Moderne. Wichtige Wegmarken sind die Entstehung der empirisch-experimentellen Physiologie, die Entwicklung der wissenschaftlichen Pharmakologie, die Einführung der Zellularpathologie und die Formulierung des bakteriologischen Paradigmas. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem 19. und 20. Jahrhundert, aber sie wagt auch einen Blick in die Zukunft. Diagnostik und Therapie sind die beiden großen Themenkreise, innerhalb derer die fortschreitenden medizinischen Möglichkeiten zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit aufgezeigt werden.
Technoseum - Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim
Große Landesausstellungen 2016
Naturdetektive - Eine Ausstellung für Kinder zum Mitmachen, Forschen und Entdecken
Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart
Kooperationen: Wilhelma, Stiftung Kinderland
In einer „Kinder-Mitmach-Ausstellung“ soll die Neugierde für Kinder für die Natur geweckt werden.„Natur zum Mitmachen“ soll sneue Zugänge zur Natur schaffen. Im Mittelpunkt steht der aktive Erkenntnisgewinn in Workshop-Bereichen, Experimentier- und Spielstationen und über interaktive Medien. Spielerisch lernen Ausstellungsbesucher Fauna und Flora Baden-Württembergs kennen, den Wert der Artenvielfalt und viele ökologische Zusammenhänge.
Wege des Kubismus - Von Picasso bis Mondrian
Staatsgalerie Stuttgart
Das Projekt basiert auf den umfangreichen Beständen der Staatsgalerie und soll um Leihgaben aus den wichtigsten internationalen Sammlungen ergänzt werden. Der 1908 in die Öffentlichkeit tretende Kubismus ist als einflussreichste Revolution der Moderne zu betrachten. Seine von Picassos und Braques Untersuchungen vorangetriebene Entstehung ist weitgehend bekannt und wurde 1990 in William Rubins berühmter Ausstellung „Die Geburt des Kubismus“ nachgezeichnet. Bis heute gibt es jedoch keine Ausstellung, die seine weitere, zunehmend verzweigte Geschichte nachgezeichnet und die Positionen der anderen wichtigen Protagonisten in Frankreich sowie in Italien, Russland und Deutschland als ein Teil des Phänomens vor Augen geführt hätte.
Die Schwaben
Landesmuseum Württemberg
Gegenstand der Ausstellung werden nicht nur Kunst, Kultur und Geschichte der letzten 1800 Jahre sein, sondern auch Erscheinungen, die verschiedenste Facetten der Entwicklung gesellschaftlichen Zusammenlebens zeigen. Orientiert am populären Erzählstoff „Die sieben Schwaben“, in dem die sieben Protagonisten stellvertretend für sieben Charaktertypen stehen, gibt es eine Annäherung in sieben Schritten an das Ausstellungsthema.





