Baden-Württemberg führt Bologna-Prozess in die nächste Phase
Wissenschaftsministerium eröffnet Diskussion - Internationaler Kongress am 8. März 2010 in Stuttgart
Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg: System gemeinsam mit Hochschulen und Studierenden optimieren
„Bologna ist ein gesamteuropäischer Prozess der Hochschulbildung, um die Studierenden besser auf den globalen Wettbewerb vorzubereiten. Im Fortschreiten des Prozesses ist klar geworden, dass Bologna weiterentwickelt und optimiert werden muss. Gemeinsam mit den Hochschulen und den Studierenden wollen wir das System in die nächste Phase führen. Dazu veranstaltet die Landesregierung am 8. März 2010 in Stuttgart einen internationalen Kongress. Bereits jetzt können sich Studierende, Professorinnen und Professoren und Bürger zu Wort melden. Der Bologna-Button auf der Homepage des Ministeriums nimmt Vorschläge und Anregungen auf, die in den Kongress einfließen werden“, sagten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg im Anschluss an die Kabinettssitzung in Stuttgart.
Sachargumente und kritischer Dialog
„Wir brauchen eine offene und sachliche Diskussion über die einzelnen Umsetzungsschritte. Die Hochschulleitungen und die Landesregierung bleiben zum Dialog mit den Studierenden bereit. Auf der Homepage des Wissenschaftsministeriums ist ein entsprechendes Beteiligungsforum eingerichtet worden. Wir laden dazu ein, sich unter www.mwk.baden-wuerttemberg.de aktiv einzubringen“, betonte Frankenberg. Sein Ministerium werde die Beiträge sammeln, die darin enthaltenen Anregungen und Kritik auswerten und in den Bologna-Kongress einbringen.
Internationaler Bologna-Kongress am 8. März in Stuttgart
„Die Bologna-Reform hat zu den größten Umwälzungen im europäischen Hochschulbereich geführt, die wir kennen. Gut zehn Jahre nach den Bologna-Beschlüssen ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Auf dem Bologna-Kongress der Landesregierung am 8. März wollen wir gemeinsam mit den Studierenden, Hochschulvertretern und internationalen Experten sowie Vertretern der Wirtschaft Aspekte wie Prüfungsdichte, Flexibilität im Studium, Vergleichbarkeit der Studiengänge und Auslandssemester beleuchten und konkrete Ansätze zur Verbesserung und Optimierung des Bologna-Prozesses diskutieren“, sagte Frankenberg. Internationale Erfahrungen könnten wichtige Impulse geben.
Akkreditierung erneuern
„Das bisherige System der Akkreditierung von Studiengängen muss grundlegend reformiert werden. Die Ergebnisse der Studierendenevaluation sollen auch in die Akkreditierung mit einfließen. Die bisherigen Programmakkreditierungen sind zu formal und nicht genug darauf ausgerichtet, die Studierbarkeit der Studiengänge und ihre Vergleichbarkeit mit anderen Studiengängen sowie die Mobilität der Studierenden zu gewährleisten. Der Wissenschaftsrat ist das richtige Organ, um die Reform des Akkreditierungssystems zu initiieren und zu begleiten. Denn in diesem Gremium sind Wissenschaft und Politik versammelt“, sagte der Wissenschaftsminister.
Studienbedingungen im Land überdurchschnittlich gut
Frankenberg betonte, die Studienbedingungen in Baden-Württemberg seien überdurchschnittlich gut. Die Tatsache, dass die Landeshochschulen in Rankings regelmäßig Spitzenplätze einnähmen, belege dies. Das Land setze jährlich über 2 Milliarden Euro für die Hochschulen ein. Hinzu kämen rund 130 Mio. Euro zusätzlich aus Studiengebühren. „Die Studiengebühren stehen den Hochschulen zusätzlich zu der Landesfinanzierung zur Verfügung, die seit der Einführung der Gebühren nicht gekürzt wurde.“
Gleichzeitig baue das Land konsequent die Studienmöglichkeiten für den Abiturjahrgang 2012 und die noch kommenden geburtenstarken Jahrgänge aus. Für die Einrichtung von bis zu 16.000 zusätzlichen Studienanfängerplätzen bis zum Jahr 2012 erhalten die baden-württembergischen Hochschulen im Rahmen des Ausbauprogramms „Hochschule 2012“ von 2007 bis 2012 insgesamt 680 Mio. Euro, davon 485 Mio. Euro aus Landesmitteln. Zum Wintersemester 2010/2011 werden bereits 11.500 neue Studienanfängerplätze geschaffen und damit das Ausbauziel des Ausbauprogramms zu über 70 Prozent erreicht sein.
