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Versorgungsforschung: 22 neue Förderprojekte in Nachwuchsakademie

Immer mehr ältere Menschen und chronisch Kranke stellen die Medizin vor neue Herausforderungen. Um ihnen eine bessere Versorgung zu ermöglichen, investiert das Land 3,4 Mio. Euro in die entsprechende Forschung, so Wissenschaftsministerin Bauer

 11.02.2013 

„Mit der Initiative zur Versorgungsforschung, in die das Land insgesamt 3,4 Mio. Euro investiert, setzen wir bundesweit Zeichen für die Steigerung der Lebensqualität von chronisch Kranken oder älteren Menschen. Die Versorgungsforschung hat hohe gesundheitspolitische Relevanz“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Montag (11. Februar) in Stuttgart. „Mit der zweiten Runde der Nachwuchsakademie, die Teil der Initiative ist, werden wir noch mehr junge Wissenschaftler gezielt weiter qualifizieren“.

 

Kern der Initiative sind eine Akademie für Nachwuchswissenschaftler sowie die Vernetzung sämtlicher in der Versorgungsforschung aktiven Einrichtungen des Landes. Für die Akademie wendet das Land insgesamt 1,6 Mio. Euro auf. Mit ihr werden bis zu 42 Forschungsprojekte von Nachwuchswissenschaftlern gefördert, davon 22 in der jetzt beginnenden Ausschreibungsrunde. An der Finanzierung von zwei dieser Projekte beteiligen sich die AOK Baden-Württemberg und das AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH in Göttingen. Bewerben können sich Forscherinnen und Forscher unter anderem aus der Medizin, der Pharmazie, der Informatik und aus sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Fächern.

 

Sozial gerechte Versorgung und neue Behandlungsformen

Als Disziplin mit hohem Praxisbezug sowie einer interdisziplinären und patientenorientierten Ausrichtung sind aus den Ergebnissen der Versorgungsforschung häufig konkrete Umsetzungs- und Verbesserungskonzepte ableitbar. So befasst sich eines der derzeit geförderten Projekte mit der Behandlung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Untersucht wird hier, ob eine Behandlung im gewohnten häuslichen Umfeld anstelle einer stationären Behandlung in Kliniken einerseits die Patientenzufriedenheit und damit den Behandlungserfolg erhöht, andererseits Behandlungskosten reduzieren hilft. Ein anderes Projekt befasst sich mit dem Aufbau interkultureller Kompetenzen bei der ärztlichen Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund. „Die Akademie ist ein wichtiger Beitrag, um Baden-Württemberg in der Versorgungsforschung für die Zukunft exzellent aufzustellen“, so Ministerin Bauer.

 

Neben der Akademie fließen weitere 1,8 Mio. Euro in das landesweite Netzwerk zur Bildung von Strukturen für eine effiziente Forschungsarbeit und zur Unterstützung der Nachwuchswissenschaftler der Partnerinstitutionen, bspw. durch eine webbasierte Kommunikationsplattform. Dem Netzwerk gehören derzeit alle medizinischen Fakultäten und Universitätskliniken des Landes sowie das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim an; die zentrale Koordinierungsstelle befindet sich am Universitätsklinikum Heidelberg.

 

Hinweis für die Redaktionen:

Die Versorgungsforschung untersucht die Patientenversorgung in Krankenhäusern, Arztpraxen und sonstigen Gesundheitseinrichtungen. Sie entwickelt darauf aufbauend medizinische und organisatorische Konzepte für Verbesserungen. Themen sind zum Beispiel die Versorgung bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder die Anwendung alternativer Arzneimittel. Zur Versorgungsforschung gehören neben den klinischen Fächern unterschiedliche Disziplinen wie Rehabilitationswissenschaften, Pflege, Allgemein- sowie Palliativmedizin, aber auch Sozialwissenschaften und Ökonomie.

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www.versorgungsforschung-bw.de

www.mwk.baden-wuerttemberg.de/service/aktuelle-ausschreibungen/

 


Kategorie: Forschung