Wissenschaft für Nachhaltigkeit

Reallabore „on the road“: Bilanz nach zehn Jahren Förderung

Am 9. Juli 2026 kamen im Hospitalhof Stuttgart zur Tagung „Reallabore ‚on the road‘ – Bilanz und Ausblick“ mehr als 130 Teilnehmende aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik zusammen.

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Reallabore on the road

Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen und Ergebnisse aus über zehn Jahren Reallaborförderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Seit 2015 wurden insgesamt 21 Reallabore mit insgesamt 25 Mio. Euro gefördert.

Science Slam „Reallabore unterwegs“ von Louisa Bahl
Fast Forward Theatre Martin Esters & Antje Kessler

Entstehung der Wirkungskarte

Netzwerkkarte final

Das Zentrum der Tagung bildet ein Marktplatz, auf dem mehr als 15 Reallaborprojekte ihre Arbeit vorstellten. Interaktive Exponate, Filme, aber auch Werkzeuge und Methoden der Reallabore ermöglichten Einblicke in die vielfältigen Themen und Arbeitsweisen der Projekte. Das Spektrum reichte von Klimaschutz, nachhaltiger Mobilität und Stadtentwicklung über gesellschaftliche Integration und neue Formen der Gebäudenutzung bis zum Einsatz humanoider Roboter und automatisierter Fahrzeuge.

Impressionen vom Marktplatz:

Gesprächsrunden und Werkstätten boten Raum, um Erfahrungen aus der Reallaborpraxis auszutauschen. Diskutiert wurden unter anderem Realexperimente, die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis, neue Lehr- und Lernformen sowie die besonderen Anforderungen an Forschende in transdisziplinären Projekten. Eine gemeinsam erarbeitete Wirkungskarte machte zudem sichtbar, welche Folgeprojekte, Partnerschaften und dauerhaften Strukturen aus den geförderten Reallaboren hervorgegangen sind.

Mit einer Ausstellung und dem Mobilen Partizipationslabor MobiLab öffnete sich die Tagung auch in den öffentlichen Raum. Passantinnen und Passanten konnten sich anhand von Postern und Kurzfilmen über die Projekte informieren und mit den Beteiligten ins Gespräch kommen.

Der begleitende Tagungsfilm vermittelt darüber hinaus Eindrücke von der Vielfalt der präsentierten Projekte und vom intensiven Austausch zwischen den Teilnehmenden.

Reallabore on the road

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Reallabore konkrete Veränderungen in Kommunen, Verwaltungen und weiteren Organisationen anstoßen können. Zugleich benötigen erfolgreiche Reallabore Zeit, um verlässliche Kooperationen und geeignete institutionelle Rahmenbedingungen zu entwickeln. Die Tagung verstand sich nicht als Schlussbilanz, sondern als Zwischenbilanz und als Ausgangspunkt für die weitere Diskussion über die Zukunft des Forschungs- und Förderformats.

Stimmen zur Veranstaltung

"Viele schöne Begegnungen, Inspiration, den Eindruck, dass die Reallaborcommunity sehr lebendig ist, und dass dort eine Atmosphäre und ein Umgang herrschen, die ich mir mehr in der Gesellschaft wünschen würde." Julian Bansen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Reallabor MobiQ, Hochschule Nürtingen-Geislingen

"Transdisziplinäre Forschung in Reallaboren lebt und wirkt in BaWü." Dr. Annelie Rothe-Wulf, Hochschule Heilbronn

"Die Aussage einer Ordnungsamtsleiterin und einer Baubürgermeisterin in der finalen Diskussion, dass die Reallabore in ihrer Stadt tatsächlich die Diskussionskultur innerhalb der Verwaltung verändert haben." Dr. Oliver Parodi, u.a. Leiter Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT)

"Der Austausch hat mir erneut gezeigt, wie toll es ist, sich von anderen Reallaboren inspirieren zu lassen. Und wie wichtig es ist, nicht nur technische Lösungen, sondern auch soziale Situationen, Machtverhältnisse und unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse mitzudenken." Regina Rhodius, Wissensdialog-Nordschwarzwald - ein Reallabor-Projekt, Universität Freiburg

"Deutlich wurde wieder, wie wichtig solche Möglichkeiten des Austauschs sind. Sowohl auf dem 'Marktplatz' als auch im Workshop gab es viele spannende Diskussionen, angefangen von der Frage nach dem Format und Konzept bis hin zur Gewinnung von Partnern für konkrete Vorhaben und den Impact von Reallaboraktivitäten." Prof. Dr. Daniel J. Lang, Forschungsgruppe „Reallaborforschung gestalten“, KIT