Internationale Zusammenarbeit

Baden-Württemberg goes global

Internationale Zusammenarbeit

  • Wissenschaftsausschuss des Landtags Baden-Württemberg zu Besuch bei der Nanyang Technological University Singapore (NTU) im Februar 2013, Foto: MWK

In unserer globalen Welt sind Wissenschaft und Forschung ohne internationalen Austausch nicht mehr denkbar. Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen als Produzenten, Katalysatoren und Vermittler neuen Wissens eine zentrale Rolle.

Das Wissenschaftsministerium hat im Rahmen seiner Internationalisierungsstrategie die wichtigsten Handlungsfelder umrissen. Dazu zählen:

  • verstärkte Vernetzung baden-württembergischer Hochschulen mit internationalen Partnern
  • Erhöhung des Anteils ausländischer Professorinnen und Professoren sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
  • Erhöhung der internationalen Mobilität der Studierenden
  • weitere Internationalisierung der Studienangebote
  • Gestaltung effektiver und effizienter Angebote transnationaler Hochschulbildung

Der inhaltliche Fokus der Internationalisierungsmaßnahmen liegt auf der Förderung von Hochschulkooperationen. Diesem Zweck dienen insbesondere Programme zur Förderung des Austauschs von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern. Ergänzt werden diese Maßnahmen um die Förderung von Forschungsvorhaben. Kooperationen bestehen mit Partnern in Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada, Ost- und Südostasien, Lateinamerika und Australien. An den baden-württembergischen Hochschulen beträgt der Anteil der ausländischen Studierenden 12,4 Prozent (Wintersemester 2013/14).

Schwerpunkte der internationalen wissenschaftlichen Kooperation 

Nordamerika

  • Das Kernstück der bilateralen Zusammenarbeit mit Nordamerika bilden die Landesprogramme mit den staatlichen Hochschulsystemen in den US-Bundesstaaten California, Connecticut, Massachusetts, North Carolina und Oregon. Hinzu kommt die Kooperation zwischen den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und der Kettering University in Flint/Michigan.

    In Kanada gibt es ein Landesprogramm mit der Provinz Ontario. Schwerpunkt dieser Programme ist der Studierendenaustausch. Zusätzlich werden der Aufbau und die Pflege von wissenschaftlichen Kontakten durch den Austausch von Professorinnen und Professoren zwischen Nordamerika und Baden-Württemberg gefördert.

Südamerika

  • Langjährige Beziehungen bestehen insbesondere zu Brasilien, Mexiko und Chile. Zwischen Baden-Württemberg und den brasilianischen Bundesstaaten Rio Grande del Sul und Paraná bestehen entsprechende Regierungsabkommen. Landesweit koordiniert werden die Kontakte durch das baden-württembergische Brasilien-Zentrum an der Universität Tübingen.

    Die Universität Heidelberg hat im Jahr 2001 das Heidelberger Center Lateinamerika als Postgraduierten- und Weiterbildungszentrum in Santiago de Chile gegründet. Angeboten werden Studiengänge, Weiterbildungsseminare und Deutschkurse, die teilweise gemeinsam mit der Universidad Católica und der Universidad Chile getragen werden.

    In Mexiko besteht seit dem Jahr 2003 ein Landesprogramm zum Studierendenaustausch mit dem dortigen Universitätssystem "Instituto Technologicó de Estudios Superiores de Monterrey (ITESM)".

Asien

  • Baden-Württemberg verfügt über langjährige Partnerschaften im asiatischen Raum. Zur Gruppe der asiatischen Partnerländer gehören insbesondere China, Singapur, Malaysia und Japan.

    Die Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China ist zentraler Bestandteil der internationalen Wissenschaftspolitik Baden-Württembergs. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Kooperation mit den Stadtregionen Beijing und Shanghai sowie den Provinzen Jiangsu und Liaoning. Die vom Land geförderte Forschungskooperation konzentriert sich auf den Bereich der Lebenswissenschaften.

    Singapur gehört für Baden-Württemberg zu den Schwerpunktregionen der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Gefördert wird der Austausch von Graduierten und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern mit den neun Landesuniversitäten. Zudem fördert das Wissenschaftsministerium Sprachkurse für Studierende aus Singapur. Im Zentrum der Forschungszusammenarbeit stehen die Lebenswissenschaften.

    In Südasien und Südostasien besteht unter anderem ein Programm mit Malaysia für Studierende an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.

    Die Hochschulzusammenarbeit mit den Präfekturen Kanagawa und Gifu in Japan wird durch das Wissenschaftsministerium besonders gefördert. 

    Baden-Württemberg und Israel unterhalten enge wissenschaftspolitische Beziehungen. Im Bereich der Hochschulkooperationen arbeiten Akteure aus beiden Ländern in Stipendienprogrammen, gemeinsamen Forschungsvorhaben und wissenschaftlichen Veranstaltungen zusammen. Das Wissenschaftsministerium fördert außerdem mit dem „Ben-Gurion Guest Chair for Israel and Near Eastern Studies“ eine Professur in Heidelberg, auf die im jährlichen Wechsel eine ausgewiesene wissenschaftliche Persönlichkeit berufen wird. Das gegenwartsbezogene Lehrangebot zu Gesellschaft, Kultur und Politik in Israel und dem Nahen Osten wendet sich an die Studierenden der Hochschule für Jüdische Studien sowie an Studentinnen und Studenten verschiedener Fakultäten der Universität Heidelberg.

    Der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern wird auch über Mittel des baden-württembergischen Landtags gefördert.

     

Australien

  • Australien ist eine besonders attraktive Zielregion für Studierende aus Baden-Württemberg. Deshalb hat das Wissenschaftsministerium für die Universitäten ein Abkommen mit dem Universitätskonsortium in South Australia geschlossen. Dieses beinhaltet gebührenfreie Studienplätze für baden-württembergische Studierende an der University of Adelaide, der University of South Australia und der Flinders University of South Australia.

Mittel- und Osteuropa

  • In der Zusammenarbeit mit den Staaten in Mittel- und Osteuropa legte das Wissenschaftsministerium bereits Mitte der 1990er Jahre einen Schwerpunkt auf Ungarn und Tschechien. Mit Serbien, Kroatien, Bulgarien, Ungarn und Rumänien ist Baden-Württemberg über gemischte Regierungskommissionen verbunden. Diese Staaten sind Mitglieder des „Bologna-Prozesses“ und wirken an der Schaffung eines europäischen Hochschulraums mit. Flankiert wird dies durch eine Teilhabe an den Bildungs-, Kultur- und Forschungspro-grammen der Europäischen Union.

     

    Im Oktober 2013 wurde zudem eine Absichtserklärung über die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der polnischen Woiwodschaft Lódzkie in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft unterzeichnet. Auch mit russischen Partnern bestehen zahlreiche Hochschulkooperationen.

     

    In Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bietet die Technische und Wirtschaftswissenschaftliche Universität Budapest deutschsprachige Ingenieurstudiengänge an. Die jeweils besten Studierenden eines Jahrgangs haben die Möglichkeit, ein Semester am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu studieren.

     

    Der Fachbereich für Literaturwissenschaft der Universität Konstanz arbeitet seit vielen Jahren eng mit dem Institut für Germanische Studien der Karls-Universität Prag zusammen, u. a. durch eine regelmäßige Gastprofessur in Prag. Ein Studium in deutscher Sprache ist dort möglich.

Westeuropa

  • Zwischen Frankreich und Baden-Württemberg bestehen über 400 Kooperationen im Hochschulbereich. Diese Vereinbarungen bilden die Grundlage für einen intensiven Wissenschafts- und Studierendenaustausch, insbesondere auch unter Nutzung von EU-Programmen wie Erasmus+. Bei der Entwicklung integrierter deutsch-französischer Studiengänge unter dem Dach der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) nimmt Baden-Württemberg eine Spitzenstellung ein. Baden-Württembergische Hochschulen sind an einer Vielzahl der 150 Studiengänge der DFH beteiligt. Baden-Württemberg trägt maßgeblich zur Finanzierung der DFH bei.  

    Das Deutsch-Französische Institut (dfi) in Ludwigsburg, das Deutsch-Französische Institut für Umweltforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg sind unter anderem Ausdruck der deutsch-französischen Kooperation im Forschungsbereich, die vom Wissenschaftsministerium unterstützt wird.

    Im Mai 2014 haben Baden-Württemberg und Katalonien eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Arbeitsmobilität in beiden Regionen geschlossen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich ausgebaut werden.


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