Gebühren für Internationale Studierende und Zweitstudium

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Gebühren für Internationale Studierende und Zweitstudium

Am 3. Mai 2017 hat der Landtag von Baden-Württemberg das Gesetz zur Änderung des Landeshochschulgesetzes beschlossen. Die novellierte Fassung des Landeshochschulgebührengesetzes finden Sie hier. Damit  werden ab dem Wintersemester 2017/18 Internationale Studierende, die zum Zwecke des Studiums von außerhalb der EU einreisen, einen Eigenbeitrag von 1.500 Euro pro Semester leisten. Für das Zweitstudium werden 650 Euro je Semester erhoben. Ausnahmeregelungen sichern die soziale Verträglichkeit und den internationalen wissenschaftlichen Austausch an den Hochschulen im Land.

Unterstützungsmaßnahmen für die Hochschulen in der Umsetzung

Das Wissenschaftsministerium setzt das neue Recht derzeit gemeinsam mit den Hochschulen in die Praxis um:

  • Seit Ende 2016 arbeitet eine Praktikerarbeitsgruppe daran mit Experten aus den Hochschulen den Gesetzestext in die Praxis umzusetzen.
  • Eine Arbeitsgruppe befasst sich u.a. auch mit dem Bewerbungs- und Zulassungsverfahren und hat Musterbescheide und -formulare erstellt.
  • Die Hochschulen stehen bei Fragen, die vor Ort nicht gelöst werden können, mit dem eigens eingerichteten Back-Office im Wissenschaftsministerium in Verbindung.
  • Gegenwärtig finden in den Hochschulen themenspezifische Workshops statt.
  • Besondere Unterstützung erfahren dabei die International Offices und die verantwortlichen Prorektoren.
  • Eine Handreichung des Wissenschaftsministeriums wird in den nächsten Tagen zur Verfügung stehen, um den Verantwortlichen vor Ort eine allgemeine Übersicht rund um die neuen Regelungen zu geben.

Gebühren für Internationale Studierende

Wissenschaft lebt in besonderer Weise von ihrer Internationalität. Die Zahl der Internationalen Studierenden ist in den vergangen 20 Jahren um rund 300 Prozent gestiegen und eine weitere Zunahme ist zu erwarten. Die Hochschulen und die Gesellschaft profitieren davon, dass Internationale Studierende nach Baden-Württemberg kommen. Um die Internationalisierung der baden-württembergischen Hochschulen weiter auf hohem Niveau voranzutreiben, sind zusätzliche Anstrengungen nötig. Mit der enorm wachsenden Zahl müssen auch die Bedingungen dafür geschaffen werden, dass die jungen Studierenden im Land erfolgreich sein können - denn bislang sind die Abbrecherquoten bei Internationalen Studierenden signifikant höher, als bei Bildungsinländern. Eine bessere Betreuung ist der Schlüssel, um die Studienerfolgschancen zu verbessern. Dies erfordert zusätzliche Mittel im System: Die Hochschulen können die dadurch entstehenden Zusatzkosten aber nicht mehr allein aus dem laufenden Budget schultern, deshalb wird ein Teil der Gebühr (vorgesehen sind 300 Euro pro Semester) künftig direkt bei der Hochschule für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in diesem Bereich verbleiben.

Die Regelung in Baden-Württemberger orientiert sich an der in anderen Ländern seit langem gelebten Praxis. In zahlreichen Ländern (z.B. Schweden, Niederlande, Dänemark, Großbritannien, China, Schweiz, Österreich) erheben die Hochschulen zusätzliche Gebühren für Internationale Studierende. Im Vergleich mit diesen Ländern sind die Eigenbeiträge, die Baden-Württemberg vorsieht, moderat.

Gebührenhöhe im internationalen Vergleich

Die größten Gruppen internationaler Studierender in Baden-Württemberg kommen aus China und mit Abstand Indien (zusammen 30 Prozent). In beiden Ländern müssen Studierende zu Hause jeweils deutlich höhere Gebühren zahlen. In China bis zu 8.000 Euro jährlich, in Indien bis zu 10.000 Euro.

Insgesamt kommt die weit überwiegende Anzahl Studierender (über 60 Prozent) aus Ländern, die vergleichbare oder deutlich höhere Gebühren erheben:

  • vergleichbar: zum Beispiel Russland, Schweiz
  • höher: zum Beispiel China, Indien, Südkorea, USA, Japan

Gebühren für ein Zweitstudium

Die Entscheidung für oder gegen ein Studium soll nämlich nicht aufgrund der sozialen Herkunft getroffen werden. Deshalb gibt es in Baden-Württemberg keine allgemeinen Studiengebühren. Dies kann aber nur für ein Erststudium bis zum Masterabschluss gelten.

Auch andere Länder wie beispielsweise Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt verlangen Gebühren für ein Zweitstudium. Wieder andere, etwa Thüringen, erheben Langzeitstudiengebühren, die ähnlich wirken. Weitere Studienabschlüsse verbessern die persönliche Position auf dem Arbeitsmarkt. Das ist legitim, kann aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit finanziert werden. Aus diesem Grund wurden bereits in der letzten Legislaturperiode gemeinsam mit der SPD die Gebühren für weiterbildende Studiengänge eingeführt. Auch der Bund argumentiert ähnlich: Deshalb wird das Zweitstudium in der Regel auch nicht mehr vom BAföG erfasst.

Bilderstrecke Studiengebühren Internationale Studierende


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