Biotechnologie

BIOPRO Baden-Württemberg bei Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erfolgreich

Mit ihrem Clusterkonzept Biopolymere/Biowerkstoffe war die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH beim Förderwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erfolgreich. Unter 19 eingereichten Ideenskizzen aus dem ganzen Bundesgebiet wählte eine internationale Jury sechs aus, die je 30.000 Euro erhalten, um für die zweite Runde ein ausführliches Konzept zur Clusterbildung zu entwickeln – darunter ist die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH. Dies teilten Wirtschaftsminister Ernst Pfister, der im November zum Aufsichtsratsvorsitzenden der BIOPRO gewählt wurde, und Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg heute in Stuttgart mit. Die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH wird vom Wirtschaftsministerium und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit je einer Million Euro jährlich gefördert.

Der Wettbewerb wurde ausgeschrieben, um Ideen und Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie aus Hochschulen und Forschungsinstituten schneller in marktfähige innovative Produkte umzusetzen. Die sechs ausgewählten Initiativen können nun Konzepte entwickeln, für die besten vergibt die Bundesregierung im Rahmen ihrer Hightech-Strategie bis 2011 insgesamt bis zu 60 Millionen Euro Fördermittel.

Durch die steigenden Preise für Rohöl und die absehbare Verknappung auf den Rohstoffmärkten ergeben sich auch ganz neue Chancen für biotechnologisch erzeugte Industrieprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen. Dies gilt besonders für den Bereich der Biopolymere/Biowerkstoffe, die bereits seit den siebziger Jahren intensiv erforscht werden. Doch erst heute unter den veränderten Rahmenbedingungen und durch die rasche Weiterentwicklung biotechnologischer Methoden kann die industrielle Umsetzung forciert werden. „Die Zukunftschancen unserer zahlreichen Kunststoff herstellenden und –verarbeitenden Unternehmen sind eng mit dem Erschließen solcher Innovationspotenziale verknüpft“, erklärte Wirtschaftsminister Ernst Pfister.

Das Interesse der Unternehmen an einer aktiven Mitarbeit in dem geplanten Cluster war groß: sieben kleine und mittlere und acht große Unternehmen, die gemeinsam die gesamte Wertschöpfungskette zur Entwicklung innovativer Kunststoffe mit neuen Eigenschaften abdecken, beteiligten sich auf Anhieb. Sie können auf die Forschungskompetenz von zehn führenden Wissenschaftlern aus baden-württembergischen Hochschulen und auch von außerhalb des Landes zurückgreifen. „Wieder einmal zeigt es sich, dass Wissenschaft und Forschung die grundlegenden Pfeiler von Innovation sind. Ich freue mich über diese Chance einer zukunftsweisenden Zusammenarbeit unserer Wissenschaft mit der Industrie“, so Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg.

Die von den Endanwendern geforderten neuen Eigenschaften für Kunststoffe sollen über die gemeinsamen Anstrengungen von Industrie und Wissenschaft beschleunigt entwickelt und spätestens der nächsten Generation zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen aber auch bestehende Prozesse optimiert werden.

„Wir freuen uns sehr über die hohe Motivation, mit der die beteiligten Forscher und Unternehmen die Clusterentwicklung bislang verangetrieben haben“, erklärte Dr. Ralf Kindervater, Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH. „Wir arbeiten mit den Besten zusammen gemäß dem Motto des neuen Clusters: lösungsorientiert – länderübergreifend – kompetent. Damit ist unser Konzept offen für weitere Interessierte, die ihre Expertise in den oben genannten Bereichen einbringen wollen“.

Hintergrund-Info:

Mit der Landesgesellschaft BIOPRO Baden-Württemberg GmbH – eine im Jahr 2003 vom Land initiierte GmbH – hat das Land eine zentrale Anlaufstelle für alle Akteure im Bereich der Biotechnologie geschaffen. Die BIOPRO unterstützt vor allem Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Biotechnologie und Life Science Branche bei der Standortwerbung und der Partnersuche. Die enge Zusammenarbeit der BIOPRO mit den Bioregionen hat in kürzester Zeit zu einer sehr guten Positionierung des Biotechnologie-Standortes Baden-Württemberg geführt.

Mit dem von der BIOPRO entwickelten Partnering-Projekt „SYNPRO“ werden die gewaltigen Synergiepotenziale, die im Querschnittscharakter der Biotechnologie liegen, erschlossen. Biotechnologieunternehmen sollen bei der Suche nach passenden Partnern aus Forschung und mittelständischer Wirtschaft direkt unterstützt werden. Die Experten der BIOPRO analysieren Unternehmen und deren strategische Ausrichtung und ermitteln auf dieser Grundlage passgenaue Kooperationspartner. Mit dem Fachinformationsportal www.bio-pro.de werden Unternehmen, Wissenschaftlern, Journalisten und interessierten Bürgern wochenaktuelle Informationen aus der Biotechnologie-Szene zur Verfügung gestellt. Eine Unternehmens-Datenbank mit Daten und Kurzprofilen aller in Baden-Württemberg angesiedelten Biotech-Firmen ist einwichtiger Bestandteil dieses Internet-Portals.

Ihre Ansprechpartnerin bei Rückfragen:

Christine Baisch, Pressereferentin im Wirtschaftsministerium

Tel: 0711/123-2768, E-Mail: christine.baisch@wm.bwl.de

Marion Csiky, Pressestelle Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Tel.: 0711/279-3017, E-Mail: marion.csiky@mwk.bwl.de

Quelle:

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst