Kunst

Hans-Thoma-Preis 2015 geht an Andrea Zaumseil

Portrait Andrea Zaumseil
Porträtfoto von Andrea Zaumseil, Fotografie: Matthias Ritzmann

Der mit 10.000 Euro dotierte Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg wird im Jahr 2015 der Künstlerin und Professorin Andrea Zaumseil zuerkannt, wie Kunststaatssekretär Jürgen Walter mitteilte. Die Preisverleihung findet am 9. August 2015 in Bernau im Schwarzwald statt.

„Andrea Zaumseil vertritt eine starke künstlerische Position im öffentlichen Raum. Ihre Metallskulpturen sind geprägt von einer höchst eigenständigen Formensprache und innerer Kohärenz. Ihr Engagement als langjährige Hochschullehrerin und Initiatorin von Kunstprojekten mit Studierenden macht sie zu einer wichtigen Impulsgeberin für die aktuelle Kunst“, sagte Walter.

Die Jury überzeugt hat die versatile, langjährige Praxis der Künstlerin, die kontinuierlich und auf höchstem künstlerischen Niveau subtile und gleichzeitig einprägsame Werke schaffe. Besondere Erwähnung verdiene das Projekt „Die zerrissene Perlenkette“, das die Künstlerin als Denkmal für das Flugzeugunglück am Bodensee im Jahre 2002 realisiert hat. Zudem lobte die Jury das Engagement, mit dem Andrea Zaumseil sich in der Lehre einbringe, wodurch sie zukünftige Generationen von Künstlern präge.

Andrea Zaumseil wurde 1957 in Überlingen am Bodensee geboren. Nach einem Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Konstanz nahm sie das Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart auf. Es folgten zahlreiche Stipendien und Förderpreise. Seit 2003 lehrt sie als Professorin für Bildhauerei mit Schwerpunkt Metall an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

Das Spektrum des künstlerischen Werks von Andrea Zaumseil reicht von großformatigen Pastellkreidezeichnungen über Plastiken bis hin zu monumentalen, ortsspezifischen Stahlarbeiten im öffentlichen Raum. Einem breiten Publikum wurden ihre Arbeiten durch zahlreiche Einzelpräsentationen und Gruppenausstellungen bekannt, wie zum Beispiel im Kunstmuseum Bonn, im Kunstmuseum Singen, in der Kunsthalle Mannheim, im Museum für Aktuelle Kunst - Sammlung Hurrle Durbach, in der Kunstsammlung Neubrandenburg, im Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen und im Romantikzentrum Merseburg. Arbeiten im öffentlichen Raum sind neben dem Denkmal zum Flugunglück vom 1. Juli 2002 in Überlingen ihre Stahlarbeiten, zum Beispiel in Heidelberg für den Verfügungsbau Exzellente Forschung der Universität Heidelberg oder für das Konzerthaus in Freiburg.

Für 2015 entwickelt Andrea Zaumseil das von Studierenden der Kunstakademie Stuttgart begonnene Projekt „Experiment Landschaft - Kunst in Herrenwies“ am Rand des neuen Nationalparks Schwarzwald mit ihren Studenten fort. Ziel ist es, im ländlichen Raum eine Symbiose von Naturlandschaft und zeitgenössischer Kunst zu schaffen und damit das klassische Konzept eines Skulpturenweges zu erweitern. Diese Schaffung von Freiräumen ist für Andrea Zaumseil in der Lehre wie im eigenen Werk zentral: „Kunst beansprucht einen Freiraum, den es nicht gibt und den wir bestenfalls immer wieder neu erfinden durch unser Tun.“

Der Hans-Thoma-Preis wird am Sonntag, 9. August 2015, um 10.30 Uhr in Bernau im Schwarzwald verliehen. Anlässlich der Preisverleihung organisiert die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden eine Präsentation im Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau, die ebenfalls am 9. August 2015 eröffnet wird.