Pressemitteilung

Kunst und Kultur
  • 03.06.2011

Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg: Rund 820.000 Euro für Archive, Bibliotheken und Museen im Land

14 Projekte in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Stuttgart, Tübingen und Wertheim

Kunststaatssekretär Walter: Kultureller Reichtum muss gesichert werden - Digitalisierung eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten

Die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg hat in ihrer Frühjahrssitzung 2011 landesweit 14 Projekte zur Digitalisierung, Erschließung und Restaurierung von Archiv- und Bibliotheksgut mit besonderem Bezug zur Geschichte des Landes beschlossen. Die Fördersumme beträgt insgesamt rund 820.000 Euro. Zu den geförderten Maßnahmen gehören der Erwerb früher Lutherdrucke durch die Universitätsbibliothek Tübingen sowie die Erschließung von Nachlässen südbadischer Persönlichkeiten im Staatsarchiv Freiburg. Dies teilte Kunststaatssekretär Jürgen Walter heute (3. Juni) in Stuttgart mit.

„Kulturelle Zeugnisse der Vergangenheit sind Bausteine unserer Identität. Deshalb müssen wir sie für uns und die nachkommenden Generationen sichern und bewahren. Mit der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg können wir für das Land besonders bedeutsame Objekte erwerben und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Insbesondere die Digitalisierung eröffnet hier weitere Nutzungsmöglichkeiten, die wir gezielt vorantreiben möchten“, so Walter.

Die geförderten Projekte im Einzelnen:

Erwerb und Erschließung von Kulturgütern

Die Universitätsbibliothek Tübingen erhält 8.000 Euro für den Erwerb eines Bandes mit frühen Lutherdrucken. Der Band enthält zwölf Schriften Martin Luthers mit reformatorischem Inhalt, die 1520 und 1521 im Druck erschienen sind. Die Schriften erweitern den Bestand der Universitätsbibliothek Tübingen als DFG-Sondersammelgebietsbibliothek für Theologie und stellen einen großen Gewinn für die Tübinger Luther- und Reformationsgeschichtsforschung dar. Desweiteren stellt die Stiftung Kulturgut weitere rund 61.000 Euro für das seit 2009 laufende Projekt der Erschließung und Digitalisierung der Porträtsammlungen der Universität Tübingen bereit.

Rund 122.000 Euro gehen an die Universitätsbibliothek Heidelberg für die Erschließung von insgesamt rund 900 Pfälzer und oberschwäbischer Urkunden. Die bislang nur unzulänglich oder noch gar nicht erschlossenen Quellen leisten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Geschichte der Kurpfalz, der Stadt Heidelberg und seiner Universität.

Mit einem Betrag von 14.000 Euro wird der Erwerb der Inkunabel Formularium procuratorum et advocatorum curiae et Romanae, Basel [Michael Furter?], 1489 unterstützt. Mit weiteren 18.000 Euro wird der Rückkauf zweier wertvoller Einblattdrucke aus dem 15. Jahrhundert (ein Speculum humanae salvationis als Hand aus dem Jahr 1466 und eine Abbildung der Hl. Margarete um 1470) bezuschusst.

Die Stefan George Stiftung mit Sitz in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart erhält einen Zuschuss in Höhe von 80.200 Euro zur Erschließung der Korrespondenz  Robert Boehringers. Dieser war Alleinerbe und Nachlassverwalter Stefan Georges. Die Quellensammlung umfasst ca. 12.000 Briefe an rd. 580 Personen, die im Zeitraum von 1934 bis 1974 verfasst wurden.

Für den Erwerb der Verteidigungsschrift für Jud Süß Oppenheimer durch das Landesarchiv Baden-Württemberg stellt die Stiftung rund 29.000 Euro zur Verfügung.

Rund 87.000 Euro gehen an das Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg für die Erschließung und passive Konservierung der Spezialsammlungen des Staatstheaters Stuttgart. Die Bearbeitung der umfangreichen Foto-, Kritiken- und Programmheftesammlung sowie sonstiger Druckschriften und Plakate macht dieses theater- und kulturgeschichtliche Material für die Öffentlichkeit nutzbar.

Für die Erschließung der Sammlung des badischen Landschafts- und Architekturmalers Karl Weysser (1833-1904) und der sog. Farbdokumentation mit rund 250 Pastell- und Aquarellbildern der Jahre 1890-1920 zur Dokumentation von Wandermalereien aus Bauwerken im Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe stellt die Stiftung rund 54.000 Euro bereit.

Das Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg erhält rund 138.000 Euro für die Erschließung von Nachlässen südbadischer Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft, die für die Geschichte des Landes im 20. Jahrhundert von großer Bedeutung waren.

Digitalisierung von Kulturgütern

Für die Digitalisierung von rund 10.000 Fotografien aus der Sammlung Baumeister erhält das Kunstmuseum Stuttgart einen Zuschuss von rund 16.000 Euro.

Knapp 90.000 Euro gehen an das Stadtarchiv Karlsruhe für die Digitalisierung eines Teilbestands des Bildarchivs von Horst Schlesiger in den Jahren 2011-2014. Der aus Karlsruhe stammende Fotograf war von 1950-1990 als Bildjournalist der Badischen Neuesten Nachrichten tätig. Das Projekt umfasst die Digitalisierung von rund 236.000 s/w-Negativen zur Stadt und Region Karlsruhe.

Das Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim erhält rund 32.000 Euro für die Digitalisierung von historischen Karten und Plänen sowie weiteren Bildmaterials aus der Zeit von 1526-1870, darunter Gemarkungspläne, Lage- und Situationspläne, Bauzeichnungen insbesondere aus dem Raum Nord-Ost-Baden.

Rund 69.000 Euro gehen an das Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe für die Digitalisierung von rund 8.000 Gemarkungsplänen badischer Gemeinden. Damit wird die Nutzung der teilweise großformatigen Einzelblätter, die für die Kartographie des deutschen Südwestens von großer Bedeutung sind, erleichtert. 

Die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg wurde 1986 errichtet. Ihr Ziel ist es, Kulturgut mit besonderem Bezug zu Baden-Württemberg, in erster Linie Archiv- und Bibliotheksgut, zu sichern und es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Stiftungskapital beträgt 5,3 Millionen Euro. Bis Ende 2010 konnten 229 abgeschlossene Projekte für 25,5 Mio. Euro gefördert werden, die der Erhaltung, Erschließung und Ergänzung der schriftlichen Überlieferung des Landes dienten.

Anlage Bilder

Universitätsbibliothek Tübingen Sammelband mit Lutherdrucken, Titelblatt

Landesarchiv Baden-Württemberg - Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg Bild033-StAL.jpg Inszenierungsfoto aus Ossip Dymows Musical "Schatten über Harlem", die in Stuttgart am 18.10.1930 uraufgeführt wurde. Aufnahme von Willy Balluff (ohne Signatur)

Landesarchiv Baden-Württemberg - Abt. Staatsarchiv Wertheim StAWt-R K 5950 Mainlaufkarte zum Geleit von Kurmainz mit den Orten zwischen Bürgstadt und Wertheim, 1593 

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg


Ministerium

Das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart.

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