Pressemitteilung

Kunst
  • 19.11.2015

Verleihung des 34. Landespreises für Heimatforschung

Die mit insgesamt 10.200 Euro dotierte Auszeichnung würdigt Arbeiten zur lokalen Geschichte und Tradition. Die Beschäftigung mit der Lokal- und Regionalgeschichte folgt dem wachsenden Bedürfnis die eigenen historischen Wurzeln und Zusammenhänge besser kennenzulernen.

Die Amtschefin des Wissenschaftsministeriums, Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz, hat am Donnerstag (19. November) im Bürgerzentrum in Bruchsal sechs Autorinnen und Autoren mit dem 34. Landespreis für Heimatforschung ausgezeichnet. Der Preis würdigt ehrenamtlich erstellte Forschungsarbeiten zu lokalgeschichtlichen Themen. Die Verleihung bildet traditionell den Abschluss der Veranstaltungen zu den jährlichen Heimattagen Baden-Württemberg.

„Lokal- und Regionalgeschichte haben auch in einer zunehmend globalisierten Welt große Bedeutung. Ihre Erforschung klärt nicht nur das Bedürfnis, die eigene Identität zu stärken. Die Kenntnis der eigenen Wurzeln ist für eine Zivilgesellschaft auch wichtig, um die sich hieraus ergebenden Wechselwirkungen zu überregionalen Zusammenhängen besser einordnen zu können“, so Simone Schwanitz.

Die ausgezeichneten Arbeiten wurden aus 106 eingereichten Bewerbungen, darunter auch Filme, DVDs und CDs, ausgewählt. Mitglieder der unabhängigen Jury sind Vertreterinnen und Vertreter des Landesausschusses Heimatpflege sowie Persönlichkeiten aus der Forschung und dem Schulbereich. Neben den mit einem Preisgeld dotierten Auszeichnungen wurden auch fünf Arbeiten mit Anerkennungsurkunden gewürdigt.

Die Heimatforschung erstreckt sich auf ein breites Themenspektrum, das sich von der Orts-, Siedlungs- und Naturgeschichte über Themen zur Migration bis hin zu lokalen Traditionen und Lebensläufen herausragender Persönlichkeiten erstreckt.

Schwanitz: „Der Landespreis für Heimatforschung ist Ausdruck der Wertschätzung der Landesregierung für das Engagement ehrenamtlicher Forscherinnen und Forscher in Baden-Württemberg.“ Die Forscherinnen und Forscher machten lokale Geschichte anschaulich und lebendig und erleichterten den Menschen den Zugang zu historischen Zusammenhängen in ihrem direkten Lebensumfeld. „Besonders freut mich, dass sich wieder zahlreiche Jugendliche mit Arbeiten beteiligt haben.“

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2015:

Erster Preis:
Dr. Frank Janzowski, Meckesheim
„Die NS-Vergangenheit in der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch“

Zweite Preise:
Helmut Herwanger †, Bad Waldsee
„Oberschwäbische Botaniker aus fünf Jahrhunderten“

Uwe Siedentop, Heidenheim
„Die Brenztalbahn“

Jugendförderpreis:
Maria Müller, Oppenau
„Der Windpark Alexanderschanze - Ein Nein zum Tourismus?“

Schülerpreis (geteilt):
Paula Woreschk und Hermine Gäckle, Mosbach / Elztal
„Gruß aus der Idioten-Anstalt Mosbach“

Fabiola Watzl, Oppenau
„Bad Antogast - Vom regionalen Kurbad zum internationalen Yoga-Zentrum“

Anerkennungsurkunden erhielten:

Leonhard Wölfl (Schüler), Merzhausen
„Der Wiederaufbau des Freiburger Münsterplatzes nach dem Bombenangriff 1944“

Klasse 8b der Christiane-Herzog-Realschule Nagold
„Die Stigmatisierung, Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten
im Raum Nagold von 1933 - 1945“

Gerhard Leidenbach, Böbingen
„Böbingen - Geschichte und Geschichten rund um die Michaelskirche“

Dr. Rüdiger Schell, Donaueschingen
„Das RAD-Lager der Abt. 2/262 "Heinrich von Fürstenberg" in Hüfingen und seine wechselhafte Geschichte“

Autorenteam der Geschichtswerkstatt Ebersweier
„Ebersweier und seine Geschichte 1215 - 2015“

Informationen:
Der Landespreis für Heimatforschung Baden-Württemberg wurde 1981 ins Leben gerufen. Zunächst von den Volks- und Raiffeisenbanken Baden-Württemberg getragen, wird der Preis seit dem Jahr 2000 vom Land Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Landesausschuss Heimatpflege Baden-Württemberg gestiftet.

Der Preis wird in den Kategorien erster Preis, zweiter Preis, Jugendförderpreis und Schülerpreis verliehen. Ausgezeichnet werden beispielhafte Leistungen auf dem Gebiet der ehrenamtlichen Heimatforschung, die nicht im Zusammenhang mit einer wissenschaftlichen Ausbildung oder darauf aufbauenden beruflichen Tätigkeit entstanden sind. Sowohl die Werke der Preisträger als auch der Empfänger einer Anerkennungsurkunde werden im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart dokumentiert und archiviert.

Weitere Informationen: www.landespreis-fuer-heimatforschung.de

Video Dr. Frank Janzowski

Video Helmut Herwanger

Video Uwe Siedentop

Video Maria Müller

Video Paula Woreschk und Hermine Gäckle

Video Fabiola Watzl


Ministerium

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