Bildende Kunst


Bildende Kunst

  • Blick in Ausstellung, Foto: Janusch Tschech

Eine wichtige Voraussetzung für die Bedeutung Baden-Württembergs als Standort für Gegenwartskunst ist die Förderung der zeitgenössischen Kunstproduktion und deren Vermittlung. Hierzu unterstützt das Land Baden-Württemberg Institutionen wie die staatlichen Museen und die beiden großen Kunstvereine des Landes. Daneben werden Kunstschaffende durch Residenzstipendien, Druckkostenzuschüsse für Publikationen, Kunstpreise und Kunstankäufe gefördert. Die speziell auf Kunstvereine im Land zugeschnittene Förderung für Ausstellungen und Projekte im Bereich Gegenwartskunst sowie die Katalogförderung künstlerischer Projekte, wurden hierzu 2015 neu eingeführt. 

Wesentliche Grundlage bei allen Entscheidungen ist die Wahrung der Kunstfreiheit: Vielfalt der Formate, Themen und Ausdrucksmittel bei Fokussierung auf Qualität. Um dies zu gewährleisten, setzt das Land auf unabhängige Jurys in wechselnder Zusammensetzung sowie auf Transparenz in Hinblick auf Kriterien, Auswahlverfahren und Entscheidungen. 

Individuelle Förderung von Künstlerinnen und Künstlern

  • Den Schwerpunkt der Förderung der Bildenden Kunst in Baden-Württemberg bildet die individuelle Künstlerförderung. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördert Kunstschaffende aus Baden-Württemberg durch Residenzstipendien, Publikationsförderung, Kunstpreise, Kunstankäufe und durch die Arbeit von Kunstfördereinrichtungen.

    Residenzstipendien
    Das Land vergibt jährlich sieben Stipendien an Bildende Künstlerinnen und Künstler für die Cité International des Arts in Paris. Mit diesem Auslandsstipendium verknüpft ist die Möglichkeit einer Ausstellung im Rahmen von "Retour de Paris". Die vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geförderte Ausstellungsreihe wird präsentiert vom Institut Français Stuttgart, der Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe und dem Centre Culturel Français Freiburg. Ab 2015 gibt es darüber hinaus ein Pilotstipendium in Kooperation mit der Akademie Schloss Solitude und wechselnden Partnern.

    Zwischen Baden-Württemberg, Rhône-Alpes, Elsass und Ungarn findet seit über 20 Jahren ein Künstleraustausch statt. Angeboten werden dreimonatige Arbeitsaufenthalte mit abschließender Ausstellung und einem begleitenden Katalog. Diese finden für Kunstschaffende aus Baden-Württemberg im Atelierhaus ART 3 in Valence, im CEAAC Straßburg (Centre Européennes d'Actions Artistiques Contemporaines) sowie in der Budapest Galeria statt. Seit 2015 gibt es ein Austauschprogramm für Kunstschaffende zwischen Barcelona und Stuttgart in Kooperation mit der Kunststiftung Baden-Württemberg, dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart, dem Goethe-Institut in Barcelona und der Katalanischen Landesregierung. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich, die Kandidaten werden von einer unabhängigen, wechselnden Expertenkommission benannt.

    Des Weiteren trifft das Land die Vorauswahl für die Stipendien des Bundes in der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom, der Casa Baldi in Olevano sowie für das Studienzentrum in Venedig.

    Förderung von Publikationen
    Das Land Baden-Württemberg fördert seit 2015 Publikationen im Bereich Bildende Kunst in Verbindung mit einer Ausstellung. Die Katalogförderung dient der systematischen Weiterförderung von Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie der Absolventinnen und Absolventen der Kunstakademien des Landes. Pro Publikationsvorhaben stehen bis zu 10.000 Euro zur Verfügung.

    Kunstpreise
    Das Land Baden-Württemberg vergibt drei Kunstpreise an Bildende Künstlerinnen und Künstler: Den Oskar-Schlemmer-Preis - Staatspreis für Bildenden Kunst, der für herausragende, jüngere Positionen mit internationaler Anerkennung vergeben wird; den Hans-Thoma-Preis für ein anerkanntes Lebenswerk sowie den art KARLSRUHE-Preis des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe für die beste One-Artist-Präsentation, die im Rahmen der art KARLSRUHE gezeigt wird.

    Kunstankäufe
    Ein wichtiger Bestandteil der individuellen Förderung der Bildenden Kunst in Baden-Württemberg sind Kunstankäufe. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst verfügt über einen eigenen Ankaufsetat zur Erweiterung der Kunstsammlung des Landes. Ziel der Sammlungserweiterung ist die Fokussierung auf zwei Ankaufslinien: Zum einen soll der künstlerische Nachwuchs durch Kunstankäufe gefördert werden (gezielte Weiterförderung der Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie der Absolventinnen und Absolventen der Akademien und Kunsthochschulen des Landes); zum anderen werden etablierten Positionen der zeitgenössischen Kunst mit Landesbezug angekauft (z.B. die Oskar-Schlemmer- und Hans-Thoma-Preisträgerinnen und Preisträger). Maßstab der Beurteilung ist allein die künstlerische Qualität.

    Wesentliche Grundlagen bei der Entscheidung über Kunstankäufe sind weiterhin: Kunstfreiheit (Vielfalt der Formate, Themen und Ausdruckformen), Transparenz in Hinsicht auf Kriterien, Auswahlverfahren und Entscheidungsträger. Das Auswahlverfahren für Kunstankäufe findet unter Einbeziehung einer unabhängigen und wechselnden Jury statt. 

    Über eigenen Ankaufsetats verfügen die Staatlichen Museen mit zeitgenössischen Sammlungen sowie die beiden Kunstakademien in Stuttgart und Karlsruhe. Die Regierungspräsidien verfügen über eigenen Ankaufsmittel für Zeitgenössische Kunst mit Bezug zum Land Baden-Württemberg, um das Prinzip der dezentralen Förderung der Bildenden Kunst zu gewähren.

Institutionelle Förderung

  • Neben den Staatlichen Kunstmuseen, die vom Land gefördert werden, erhalten die beiden großen Kunstvereine (Württembergischer Kunstverein in Stuttgart und Badischer Kunstverein in Karlsruhe) neben städtischen Zuschüssen eine institutionelle Förderung durch das Land. Die anderen Kunstvereine können von den vier Regierungspräsidien in Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen entweder eine institutionelle oder eine Projektförderung erhalten.    

    Das Ministerium fördert die Kunststiftung Baden-Württemberg und das dort angesiedelte Kunstbüro als Beratungseinrichtung für Kunstschaffende. Darüber hinaus trägt das Land Baden-Württemberg eine eigene Stipendieneinrichtung mit internationaler Ausrichtung in Gestalt der Akademie Schloss Solitude.

Ausstellungs- und Projektförderung

  • Neben der institutionellen Förderung der Staatlichen Museen und der beiden großen Kunstvereine des Landes (Württembergischer Kunstverein und Badischer Kunstverein) engagiert sich das Land für herausragende Einzelprojekte über die verschiedenen Linien des Innovationsfonds Kunst. Bewerben können sich sowohl die staatlichen als auch die nichtstaatlichen Einrichtungen. 

    Seit 2015 gibt es eine speziell auf Kunstvereine im Land Baden-Württemberg zugeschnittene Förderlinie. Die Förderung von Kunstvereinen, die sich der Präsentation von zeitgenössischer Kunst in alle ihren Formaten widmen, soll die Vielfalt der Kunstvereine und ihren Beitrag in der Vermittlung zeitgenössischer Positionen in Baden-Württemberg jenseits der Ballungszentren stärken. Gefördert werden Ausstellungen bzw. Projekte im Bereich Gegenwartskunst, die von nichtkommerziellen Kunstvereinen durchgeführt werden. Gefördert wird eine Ausstellung bzw. ein Projekt pro Jahr mit max. 10.000 Euro je Antragsteller. Die Ausschreibung erfolgt einmal jährlich. Die Auswahl der Projekte erfolgt unter Einbezug einer wechselnden, unabhängigen Fachjury.


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