Pressemitteilung

Hochschule
  • 17.03.2015

Land stärkt Islamische Religionspädagogik

Ministerpräsident Kretschmann und Ministerin Bauer: Ausbau des islamischen Religionsunterrichts setzt Ausbildung qualifizierter Lehrkräfte voraus

Das Land will die Islamische Religionspädagogik an den Pädagogischen Hochschulen ausbauen. Hierfür sollen – finanziert über den Nachtragshaushalt – in Karlsruhe und Ludwigsburg jeweils eine Juniorprofessur bereitgestellt werden. An den Pädagogischen Hochschulen Freiburg, Karlsruhe, Ludwigsburg und Weingarten werden zudem 4,5 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter entfristet. Dies kündigten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer im Anschluss an die Ministerratssitzung am Dienstag (17. März 2015) in Stuttgart an.

„Ein großer Teil der in Baden-Württemberg geborenen Kinder und Jugendlichen sind Muslime. Ihnen müssen wir islamischen Religionsunterricht auf hohem Niveau in unseren Schulen anbieten. An einem Ausbau des Unterrichtsfachs führt daher kein Weg vorbei. Dafür benötigen wir eine fundierte Ausbildung qualifizierter Lehrkräfte an unseren Hochschulen,“ sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Theresia Bauer ergänzte: „Wir wollen die wissenschaftliche Verankerung des Faches Islamische Religionspädagogik stärken. Unter Führung der beiden Juniorprofessuren soll ein gemeinsames Konzept zur stärkeren Vernetzung der Pädagogischen Hochschulen untereinander, aber auch mit dem Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen, entwickelt und umgesetzt werden.“ 

Im Rahmen der Lehrerbildungsreform werde die Islamische Religionspädagogik künftig zu einem regulären Studienfach. Aufgrund der bisher noch relativ schwachen Personalstruktur müsse die wissenschaftliche Basis für die entsprechende Fachdidaktik nun aufgebaut werden, so die Wissenschaftsministerin.

„Wir sind überzeugt, dass mit dem jetzt beschlossenen Gesamtpaket ein wichtiger Schritt zum weiteren Ausbau des Islamischen Religionsunterrichts in Baden-Württemberg gemacht werden kann“, betonten Kretschmann und Bauer. 

Hintergrund:

Zum Schuljahr 2006/07 startete das Kultusministerium das Modellprojekt „Islamischer Religionsunterricht“ an den Schulen im Land, das 2010 erweitert und im Jahr 2014 bis zum Schuljahr 2017/18 verlängert wurde. Begleitend wurde zum Wintersemester 2007/08 an den Pädagogischen Hochschulen Karlsruhe, Ludwigsburg und Weingarten das Fach Islamische Theologie/Religionspädagogik eingerichtet, um Lehrkräfte islamisch-sunnitischer Prägung auszubilden. Zum Wintersemester 2010/11 wurde das Studienfach auch an der Pädagogischen Hochschule Freiburg eingerichtet. 

Die Nachfrage ist seit Etablierung des Faches kontinuierlich gewachsen: von 72 Studierenden im Wintersemester 2010/11 auf 92 Studierende im noch laufenden Wintersemester 2014/15. Mit der Reform der Lehrerbildung soll die Islamische Religionspädagogik an den Pädagogischen Hochschulen als reguläres Studienfach für die Lehramtsstudiengänge Grundschule und Sekundarstufe I zum Wintersemester 2015/16 eingerichtet und entsprechend in den Bildungsplan aufgenommen werden.


Quelle

Das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart.

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

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