Unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen als Vorreiter, als Multiplikatoren und als Vermittler von internationaler Kompetenz eine zentrale gesellschaftliche Rolle. Das Wissenschaftsministerium hat im Rahmen seiner Internationalisierungsmaßnahmen die wichtigsten Handlungsfelder umrissen. Dazu zählen:
- verstärkte Vernetzung baden-württembergischer Hochschulen mit internationalen Partnern,
- Erhöhung des Anteils ausländischer Professorinnen und Professoren sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,
- Erhöhung der internationalen Mobilität der Studierenden,
- weitere Internationalisierung der Studienangebote.
Der inhaltliche Fokus der Internationalisierungsmaßnahmen liegt auf der Förderung von Hochschulkooperationen. Diesem Zweck dienen insbesondere Maßnahmen zur Förderung des Austauschs von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in ihren frühen Karrierephasen. Ergänzt werden diese Maßnahmen um die Förderung von Forschungsvorhaben. Kooperationen bestehen mit Partnern in Europa, den Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada, Ost- und Südostasien, Lateinamerika und Afrika.
Schwerpunkte der internationalen wissenschaftlichen Kooperation
Das Kernstück der bilateralen Zusammenarbeit mit Nordamerika bilden die Landesprogramme mit staatlichen Hochschulsystemen in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Connecticut, Massachusetts, North Carolina und Oregon. Hinzu kommt die Kooperation zwischen den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und der Kettering University in Flint/Michigan.
In Kanada gibt es ein Landesprogramm mit der Provinz Ontario.
Schwerpunkt dieser Programme ist der Studierendenaustausch. Zusätzlich werden der Aufbau und die Pflege von wissenschaftlichen Kontakten durch den Austausch von Professorinnen und Professoren zwischen Nordamerika und Baden-Württemberg gefördert.
Der asiatische Raum ist geprägt von einer sich dynamisch entwickelnden Wissenschaftslandschaft. Gleichzeitig ist es die wichtigste Herkunftsregion internationaler Studierender in Baden-Württemberg. Kooperationen mit einzelnen Staaten, Regionen oder Institutionen Asiens sind ein zentraler Bestandteil der Wissenschaftskooperationen baden-württembergischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Das Wissenschaftsministerium setzt auf eine ausgewogene Weiterentwicklung der Beziehungen. Das Engagement in Asien folgt den in den Asien-Pazifik-Leitlinien festgeschriebenen Schwerpunkten der Landesregierung. Instrumente sind unter anderem Austauschformate im Rahmen der langjährigen Landespartnerschaften mit den chinesischen Provinzen Jiangsu und Liaoning sowie mit Indien, Japan und Singapur.
Baden-Württemberg und Israel unterhalten enge wissenschaftspolitische Beziehungen. Im Bereich der Hochschulkooperationen arbeiten Akteure aus beiden Ländern in Stipendienprogrammen, gemeinsamen Forschungsvorhaben und wissenschaftlichen Veranstaltungen zusammen.
Der Austausch von Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird auch über Mittel des baden-württembergischen Landtags gefördert.
In der Zusammenarbeit mit den Staaten in Mittel- und Osteuropa legte das Wissenschaftsministerium bereits Mitte der 1990er Jahre einen Schwerpunkt auf Ungarn und Tschechien. Mit Serbien, Kroatien, Bulgarien, Ungarn und Rumänien ist Baden-Württemberg über gemischte Regierungskommissionen verbunden. Diese Staaten sind Mitglieder des „Bologna-Prozesses“ und wirken an der Schaffung eines europäischen Hochschulraums mit. Flankiert wird dies durch eine Teilhabe an den Bildungs-, Kultur- und Forschungsprogrammen der Europäischen Union. Zudem besteht eine Absichtserklärung über die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der polnischen Woiwodschaft Lódzkie.
Zwischen Frankreich und Baden-Württemberg bestehen über 500 Kooperationen im Hochschulbereich. Diese Vereinbarungen bilden die Grundlage für einen intensiven Wissenschafts- und Studierendenaustausch, insbesondere auch unter Nutzung von EU-Programmen wie Erasmus+. Bei der Entwicklung integrierter deutsch-französischer Studiengänge unter dem Dach der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) nimmt Baden-Württemberg eine Spitzenstellung ein. Baden-Württembergische Hochschulen sind an einer Vielzahl der 150 Studiengänge der DFH beteiligt. Baden-Württemberg trägt maßgeblich zur Finanzierung der DFH bei.
Das Deutsch-Französische Institut (dfi) in Ludwigsburg, das Deutsch-Französische Institut für Umweltforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg sind unter anderem Ausdruck der deutsch-französischen Kooperation im Forschungsbereich, die vom Wissenschaftsministerium unterstützt wird.
Mit der Namibia-Initiative „Koloniales Erbe - gemeinsame Zukunft“ unterstützt das Wissenschaftsministerium die Zusammenarbeit von baden-württembergischen Hochschulen und Kultureinrichtungen mit namibischen Partnern.
