Vorhang auf

Staatstheater

La Traviata, Oper Stuttgart, Foto: A.T. Schaefer

In Baden-Württemberg gibt es zwei Staatstheater, die auf eine langjährige Tradition zurückblicken können - beide sind aus Hoftheatern hervorgegangen.Sie befinden sich in der Trägerschaft des Landes und werden jeweils zur Hälfte von den Sitzstädten mitfinanziert. Inzwischen werden beide Häuser als Landesbetriebe geführt.

Württembergische Staatstheater

Die Württembergischen Staatstheater ragen mit Oper, Ballett und Schauspiel sowie dem Staatsorchester aus den Theaterinstitutionen des Landes heraus. Das seit über 60 Jahren international renommierte Stuttgarter Ballett setzt auf der ganzen Welt Maßstäbe - insbesondere mit erstklassigen Gastspielen auf den großen internationalen Bühnen. Die John-Cranko-Ballettschule zählt zu den weltweit besten Ausbildungsstätten für Tänzerinnen und Tänzer. Seit Jahren verstärken die Württembergischen Staatstheater ihr Engagement für ein heranwachsendes Publikum, beispielsweise mit der Jungen Oper.

In Kritikerumfragen wie beispielsweise in „Theater Heute“, „Die Deutsche Bühne“, „Tanz“ oder „Opernwelt“ finden sich die Württembergischen Staatstheater regelmäßig auf den ersten Plätzen; Oper, Opernchor, Schauspiel, Ballett und herausragende Ensemble- und Compagniemitglieder erhalten immer wieder hochrangige Auszeichnungen und Nominierungen.

Im Jahr 2020 wurde der spektakuläre Neubau der John-Cranko Ballettschule der Architekten Burger und Rudacs (München) eröffnet. Die Schule mit dazugehörigem Internat ist für Nachwuchstänzer aus aller Welt eine der der ersten international beachteten Ausbildungsadressen.

Badische Staatstheater

Das Badische Staatstheater Karlsruhe mit der über 350 Jahre bestehenden Badischen Staatskapelle bietet als Mehrspartenhaus ein profiliertes Programm mit überregionaler Resonanz und nationaler Anerkennung. Herausragend sind die jährlich stattfindenden Händel-Festspiele, die sich der besonderen Pflege des Händel-Erbes widmen. Die alle zwei Jahre in Karlsruhe veranstalteten Europäischen Kulturtage zeigen zahlreiche Gastensembles europäischer Bühnen und krönen die am Oberrhein intensive Zusammenarbeit mit den benachbarten französischen Bühnen in Straßburg und Nancy. Zur Programmatik gehören auch zeitgenössische und innovative Formate. Das Publikum ist eingeladen, eine Reise in die Zukunft des Theaters zu unternehmen, neue Handschriften und Themen zu entdecken, vertraute und überraschende Spielformen zu erleben und sich von jungen Theatermachern begeistern zu lassen.

Das Badische Staatstheater und seine Ensemblemitglieder werden regelmäßig mit Preisen und Auszeichnungen sowie Einladungen zu Theatertreffen geehrt.

Sanierungs- und Erweiterungsbedarf besteht für das seit 1975 bestehende Theatergebäude. In mehreren Bauabschnitten sind der Neubau eines Schauspielhauses mit integriertem JUNGEM STAATSTHEATER, neue musikalische Probenräume und Werkstätten sowie die Sanierung des Bestandsgebäudes mit Gesamtbaukosten inklusive Risikovorsorge und Baupreissteigerungen von bis zu rund 500 Millionen Euro vorgesehen (Stand 2020). Realisiert wird der Siegerentwurf des europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs der Architekten Delugan, Meissl (Wien) mit Wenzel+Wenzel (Karlsruhe). Der Entwurf sieht die Neuausrichtung des NEUEN STAATSTHEATERS als „ein offenes Haus für eine offene Gesellschaft“ vor. Es soll nicht nur ein Theater entstehen, sondern ein Wohnzimmer für die ganze Stadt.