Pressemitteilung

Kunst und Kultur
  • 23.05.2016

Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg vergibt rd. 599.000 Euro Fördergelder für Archive, Bibliotheken und Universitäten im Land

  • Foto Bau der Kirche Sankt Martin, Steinbach, Bildarchiv Karl Weiß, Inventarnummer: K 1 1

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  • Musikhandschrift Christian Cannabich Symphonie in C-Dur, Abschrift um 1770, Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Musiksammlung Don Mus. Ms. 236 (Titelseite und erste Notenseite Violino Primo)

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  • Reskript Erzherzog Ferdinands von Österreich an den Vizestatthalter des Regiments in Württemberg, 2. Sept. 1525, Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 54 Bü 8

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9 Projekte in Buchen, Donaueschingen, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg und Stuttgart

Kunststaatssekretärin Olschowski: „Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann sich in der Gegenwart nicht orientieren. Mit Hilfe der Stiftung Kulturgut sichern wir wichtige kulturelle Zeugnisse und machen sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.“

Die Stiftung Kulturgut hat beschlossen, landesweit neun Projekte zu fördern. Diese befassen sich mit Erhalt, Erschließung und Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksgut mit besonderem Bezug zur Geschichte des Landes. Die Gesamtförderung beträgt rund 599.000 Euro.  

Die große Bandbreite der geförderten Projekte reicht von schriftlichem Archivmaterial wie Akten, Urkunden und Zeitungen bis hin zu fotografischen Platten, Verfilmungen und musikalischen Handschriften. Zu den Förderprojekten gehören u.a. die Erschließung neuzeitlich theologischer Handschriften aus der Württembergischen Landesbibliothek und die Digitalisierung von Musikhandschriften der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen. Auch der Erhalt des Bildarchivs Karl Weiß in Buchen und die Digitalisierung von Quellen zur Reformations- und Kirchengeschichte aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg sollen durch die Fördergelder der Stiftung unterstützt werden. 

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski: „Ohne Kenntnis unserer Vergangenheit können wir uns in der Gegenwart nicht orientieren.“ Die Erschließung kultureller Zeugnisse ermögliche es, mehr über historische Zusammenhänge zu erfahren und daraus Rückschlüsse für die Gestaltung der gegenwärtigen und künftigen gesellschaftlichen Situation zu gewinnen. Aus diesem Grund sei der reflektierte und verantwortungsbewusste Umgang mit dem kulturellen Erbe wesentlicher Bestandteil der Kulturpolitik des Landes.

Das Land unterstützt die Institutionen dabei, wichtige Quellen zu erschließen und diese für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hierbei spielt die Digitalisierung eine immer größer werdende Rolle, da so der angestrebte öffentliche Zugriff erleichtert und auf einen weltweiten Zugang erweitert werden kann. 

Die geförderten Projekte im Einzelnen:

Erschließung der neuzeitlichen theologischen Handschriften im Quartformat in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart
Fördersumme: 205.204 Euro
Bei dem Bestand handelt es sich um rd. 240 Signaturen aus der Zeit 16. - frühes 20. Jahrhundert. Ein inhaltlicher Schwerpunkt im Bestand liegt auf der Reformationszeit. 

Erschließung der Nachlässe badischer Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts im Generallandesarchiv Karlsruhe
Fördersumme: 100.393 Euro
Bei der Liste der Persönlichkeiten handelt es sich um hochrangige Personen des öffentlichen Lebens (v.a. Minister, Staatsräte, Abgeordnete, Juristen). Die insgesamt 37 zu erschließenden Nachlässe umfassen 29 Regalmeter. Deren Erschließung stellt einen wichtigen Beitrag für die landesgeschichtliche Forschung dar.

Beschreibung und Digitalisierung der Urkunden im Universitätsarchiv Heidelberg
Fördersumme: 156.049 Euro
Die 1.800 Urkunden stammen aus den Jahren 1234 - 1816 und haben direkten Bezug zur Geschichte der Universität Heidelberg. Es handelt sich vornehmlich um Urkunden der Päpste und Pfalzgrafen, der Bischöfe von Speyer und Worms sowie der Universität selbst und ihrer inkorporierten Klöster. 

Erhalt des Bildarchivs Karl Weiß in Buchen
Fördersumme: 6.559,84 Euro
Karl Weiß Junior gründete 1894 in Buchen ein Fotoatelier, deren umfangreiche Negativsammlung im Jahr 1979 von den Erben an das Bezirksmuseum Buchen e.V. übergeben wurde. Die Förderung umfasst die konservatorische Behandlung von 500 Fotoplatten, die Einblicke in den Alltag und das gesellschaftliche Leben von 1890 - 1950 bieten. Der Bildbestand hat für Stadt und Region Buchen und darüber hinaus einen hohen dokumentarischen Wert. 

Digitalisierung der badischen Tageszeitung „Der Volksfreund“ 1918 - 1932 aus den Beständen der Badischen Landesbibliothek und des Stadtarchivs Karlsruhe
Fördersumme: 34.160 Euro
Die vom Offenburger Sozialdemokraten Adolf Geck gegründete badische Tageszeitung „Der Volksfreund“ erschien von 1881 bis Anfang 1933. Da Zeitungen eine hohe Forschungsrelevanz haben, hat die Badische Landesbibliothek vor einigen Jahren begonnen, Teile ihrer historischen Zeitungsbestände zu digitalisieren. Dieses Projekt kann mit Unterstützung der Stiftung Kulturgut fortgeführt werden. 

Digitalisierung von Musikhandschriften der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen in der Badischen Landesbibliothek
Fördersumme: 30.500 Euro
Die aus 3.920 Drucken und 3.612 Handschriften bestehende Musikaliensammlung der F.F. Hofbibliothek gehört zu den drei bedeutendsten und größten süddeutschen Sammlungen dieser Art aus fürstlichem Besitz. Sie ist eine wichtige Quelle für die Musikpflege an einem regional bedeutenden Hof in der zweiten Hälfte des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Territorium des heutigen Baden-Württembergs. 

Digitalisierung der Konferenzaufsätze in der Landesstelle für Volkskunde Stuttgart
Fördersumme: 5.355 Euro
Bei den sogenannten Konferenzaufsätzen handelt es sich um 492 handgeschriebene Aufsätze mit einem Umfang von insgesamt rd.15.000 Seiten, die die Ergebnisse einer im Jahr 1900 in Württemberg durchgeführten Umfrage zu volkskundlichen Überlieferungen dokumentieren. 

Digitalisierung und Online-Stellung von Quellen zur Reformations- und Kirchengeschichte aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart und Staatsarchiv Ludwigsburg
Fördersumme: 17.270 Euro
Im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017 sollen stark nachgefragte Quellenbestände zur südwestdeutschen Reformations- und Kirchengeschichte aus den Abteilungen Hauptstaatsarchiv Stuttgart und Staatsarchiv Ludwigsburg der Forschung online zugänglich gemacht werden. Damit wird die Nutzung und Erforschung wesentlich erleichtert. 

Digitalisierung und Online-Stellung von Mannschafts-Stammrollen des XIII. Armeekorps im Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Fördersumme: 43.399,80 Euro
Die aus 6.404 Verzeichnungseinheiten bestehenden 87 Bestände liegen bereits als Mikrofilm vor. Aufgrund der guten Filmqualität kann dieser digitalisiert werden, um die Nutzung einem noch größeren Interessentenkreis zu ermöglichen. 

Weitere Informationen
Die 1986 errichtete Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg fördert die Sicherung von Archiv- und Bibliotheksgut mit Bezug zu Baden-Württemberg, um es zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bis heute wurden 310 abgeschlossene Projekte mit 31 Mio. Euro gefördert, die die Erhaltung, Erschließung und Ergänzung der schriftlichen Überlieferung des Landes zum Ziel haben. Seit 2011 fördert die Stiftung mit einem Teil ihrer Mittel auch die Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksgut mit Landesbezug. 

Anlage Bilder

  • Musikhandschrift Christian Cannabich Symphonie in C-Dur, Abschrift um 1770, Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Musiksammlung Don Mus. Ms. 236 (Titelseite und erste Notenseite Violino Primo)
  • Foto Bau der Kirche Sankt Martin, Steinbach, Bildarchiv Karl Weiß, Inventarnummer: K_1_1
  • Reskript Erzherzog Ferdinands von Österreich an den Vizestatthalter des Regiments in Württemberg, 2. Sept. 1525, Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 54 Bü 8
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