Pressemitteilung

Kunst und Kultur
  • 15.03.2017

Tiefer Blick in die vom Adel geprägte Landschaft

Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg, Kulturstiftung der Länder und Wissenschaftsministerium fördern die Gründung des „Oberrheinischen Adelsarchivs“ im Staatsarchiv Freiburg und eröffnen dadurch einen neuen Kosmos adligen Lebens im Landesarchiv 

Im Rahmen eines Festakts wurde heute  (16. März 2017) in Schloss Ebnet der letzte Archivkarton des „Oberrheinischen Adelsarchivs“ an das Landesarchiv übergeben.  

„Das nun im Staatsarchiv Freiburg untergebrachte ,Oberrheinische Adelsarchivʻ bereichert die Überlieferung zu adeligem Leben im deutschen Südwesten“, sagt Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg. „Gut 180 laufende Meter gesicherte historischer Dokumente gewähren tiefe Einblicke in die durch den Adel historisch geprägte Landschaft Südbadens, des Elsass und der Schweiz.“ 

Neben herausragenden Einzelstücken wie etwa Herrscher-, Bischofs- und Abtsurkunden sowie einer einzigartigen Fotosammlung beeindrucke der Umfang der neu übernommenen Bestände und Sammlungen.  

Die überregionale Bedeutung des Archivs werde dadurch unterstrichen, dass sowohl die Kulturstiftung der Länder, als auch Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hierfür Mittel bereitgestellt haben.  

Prof. Dr. Frank Druffner, stellvertretender Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Das Oberrheinische Adelsarchiv illustriert in eindrucksvoller Weise die politische und kulturelle Vielfalt des deutschen Südwestens. Seine Zusammenführung durch private Initiative verdient höchste Anerkennung. Im Staatsarchiv Freiburg findet es seinen passgenauen Ort.“ 

Mit der Übergabe des letzten Archivkartons haben das Landesarchiv Baden-Württemberg und der bisherige Eigentümer Nikolaus Freiherr von Gayling-Westphal die Übernahme des „Oberrheinischen Adelsarchivs“ zu einem förmlichen Abschluss gebracht. 

Schätze vom Frühmittelalter bis ins 20. Jahrhundert 

Über Jahrzehnte hat Nikolaus Freiherr von Gayling-Westphal mit großem Engagement Urkunden, historische Akten und ganze Archive adeliger Familien zusammengetragen. Auf diese Weise ist das „Oberrheinische Adelsarchiv“ entstanden. Es birgt Schätze vom Frühmittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Unter den herausragenden Einzelstücken befindet sich zudem ein karolingisches Handschriftenfragment, das als das gegenwärtig älteste Dokument des Staatsarchivs Freiburg gilt. Neben mittelalterlichen Herrscherurkunden bietet das Oberrheinische Adelsarchiv wertvolle Nachlässe und Sammlungen, darunter auch die reichhaltige Überlieferung der Familie von Gayling-Westphal selbst. Es spiegelt somit die vom Adel geprägte Landschaft rechts und links des Oberrheins.  

Zur langfristigen Sicherung und Zugänglichmachung der für die Landesgeschichte wie auch die überregionale Forschung zentralen Überlieferung führte Nikolaus von Gayling Gespräche mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg. Diese hatten 2016 den Erwerb des „Oberrheinischen Adelsarchivs“ durch das Land Baden-Württemberg zum Ergebnis. 

Im Staatsarchiv Freiburg steht das „Oberrheinische Adelsarchiv“, das schon früh den Blick der Wissenschaft auf sich gezogen hat, nunmehr der Forschung und Öffentlichkeit für die Nutzung zur Verfügung. Um die Zugänglichkeit weiter zu erleichtern, wird in Freiburg demnächst mit der tieferen Erschließung des Archivs begonnen. Ziel ist es dabei, einen ersten Teil der Unterlagen auch möglichst rasch im Internet zugänglich zu machen.   

Abbildung 1: Verleihungsurkunde Kaiser Friedrichs III. für die Ritter von Fleckenstein. 23.09.1480. (Staatsarchiv Freiburg, T 100).

Abbildung 2: Rechtsbestätigung Kaiser Maximilians II. für die Familie von Schwendi. 14.10.1568. (Staatsarchiv Freiburg, T 100).

Abbildung 3: Güterverzeichnis der Familie von Windeck mit Wappen der Familie. 15./16. Jahrhundert. (Staatsarchiv Freiburg, T 100).

Abbildung 4: Wappendarstellung des Wolf von Windeck aus dem Güterverzeichnis der Familie von Windeck. (Staatsarchiv Freiburg, T 100).

Abbildung 5: Revolutionserinnerungen mit Originalbriefen und Lithographien mit Revolutionsereignissen. 1848-1849. (Staatsarchiv Freiburg, T 100).

Abbildung 6: Bildungsreise nach England, Fotografien aus Cambridge. Ca. 1900. (Staatsarchiv Freiburg, T 100). 


Kontakt

Das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart.

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Königstraße 46
70173 Stuttgart

Bürgerreferentin:

Zur Ministerien-Webseite

Porträt

Theresia Bauer

Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Mehr

 

 

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Newsletter

Immer auf dem neuesten Stand

Fußleiste