Pressemitteilung

Kunst und Kultur
  • 10.05.2019

Verleihung Staufermedaille an Wendelin Niedlich

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski hat Wendelin Niedlich die Staufermedaille ausgehändigt und seine vielfältigen Verdienste gewürdigt. Niedlich hat als bedeutender Buchhändler, Verleger und Galerist von Stuttgart aus über vier Jahrzehnte hinweg für große Aufmerksamkeit gesorgt.

„Wendelin Niedlich definiert sich selbst als einen Kulturarbeiter, der seine Buchhandlung zu einem Begegnungsort für viele Menschen hat werden lassen - unabhängig von ihrer Herkunft und Bildung. Man kann Wendelin Niedlich als großen Ermöglicher bezeichnen. Er hat Dialog, Begegnung und Gespräch in vielgestaltiger Form ermöglicht - und so Leben, Literatur und Kunst auf einzigartige Weise verbunden“, sagte Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst anlässlich der Aushändigung der Staufermedaille am Freitag (10. Mai) in Stuttgart.
Der Begriff des Kulturarbeiters beinhaltete für Wendelin Niedlich, der vor zwei Jahren anlässlich seines 90. Geburtstags als bedeutende Stuttgarter Persönlichkeit gefeiert und gewürdigt wurde, nicht nur die Literatur als Gattung. Er richtete in seinen Räumen auch Kunstausstellungen aus.

Neben seiner Tätigkeit als Buchhändler, hat er mit seinem Verlag Wendelin Niedlich auch eine gestaltende Rolle im Literaturbetrieb eingenommen. Außerdem hat Wendelin Niedlich über viele Jahre hinweg einen Theaterbuchladen im Schauspielhaus betrieben.
Wendelin Niedlichs Buchhandlung war auch über die Grenzen Stuttgarts hinaus für ihre Qualität und ihr Angebot bekannt. Mit Lesungen von damals noch unbekannten, dann richtungsweisenden Schriftstellerinnen und Schriftstellern wie Elfriede Jelinek, Max Bense, Ernst Jandl, Reinhard Döhl, Helmut Heißenbüttel, Josef Bierbichler, Franz Mon, Ror Wolf, Gert Jonke und Max Goldt prägte Niedlich auch die Literaturgeschichte der Gegenwart mit.

„Wendelin Niedlich galt zuweilen auch als ein radikaler, als politischer Buchhändler, der früh für eine literarische Avantgarde stand, die mit einfachem Realismus nichts mehr zu tun hatte. Seine Buchhandlung in der Schmalen Straße war ein außergewöhnlicher Kultur-, Veranstaltungs- und Leseort, wie man ihn sich für eine Stadtgesellschaft nur wünschen kann“, so Olschowski abschließend.