Dialog zwischen den Kulturen

Interkulturelle Kulturarbeit

Internationale Personen betrachten ein Kunstwerk

Interkulturelle Öffnung der kulturellen Institutionen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und meint, Vielfalt als Bereicherung zu betrachten und als Ressource zu nutzen. Auch die Kultureinrichtungen sowie Kulturakteurinnen und -akteure sind aufgefordert, sich mit der gesellschaftlichen Vielfalt zu befassen und sie im Interesse aller für ihr Personal, Programm und die Publikumsgewinnung zu berücksichtigen. Gleichzeitig können gerade Kunst und Kultur mit ihrer identitätsstiftenden, dialogfördernden und vermittelnden Wirkung und mit ihren anregenden Fragen, auf die es keine letztgültigen Antworten gibt, zu Toleranz und zur gesellschaftlicher Verständigung beitragen.

Interkulturelle Kulturarbeit trägt zur Teilhabe am gesellschaftlichen sowie kulturellen Leben bei und fördert über Vernetzung den interkulturellen Austausch unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure. Daher unterstützt das Land über seine kulturpolitisch aktiven Institutionen wie das Zentrum für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg (ZfKT) oder die MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg – aber auch mit externen Partnern wie dem Forum der Kulturen Stuttgart e. V. – diversitätsoffene Kunst- und Kulturprojekte sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungen in diesem Bereich.

Prozessorientiert ist die vom Forum der Kulturen Stuttgart e.V. durchgeführte Weiterbildung „Diversität als Aufgabe: Öffnung von Kultureinrichtungen“. Sie richtet sich mit In-House-Schulungen an Kultureinrichtungen und Kulturämter und in Form von Workshops zudem an interessierte Kulturschaffende. Bislang haben mehr als 30 Einrichtungen an dieser mehrjährigen und modular aufgebauten Qualifizierungsmaßnahme zum Aufbau von Vielfalts-Kompetenz teilgenommen.

Zur Interkulturellen Kulturarbeit zählt auch die erstmals 2013 veranstaltete Landesfachtagung. Die Organisation und Durchführung liegt beim Forum der Kulturen. Im Jahr 2022 erhielt sie den Namen „Kulturarbeit heute: Diversität, Öffnung und Empowerment“ und wurde erstmals in Kooperation mit dem ZfKT durchgeführt.

Weitere Dimensionen der Diversität berücksichtigt

Zu den Aufgaben des Zentrums für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg gehört es, ergänzende Prozesse und Maßnahmen zur Stärkung der interkulturellen Kulturarbeit aufzusetzen. Ergänzend zur nationalen und ethnischen Herkunft werden weitere Dimensionen von Diversität berücksichtigt, etwa Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung und soziale Verortung.

Im Jahr 2012 ist Baden-Württemberg der bundesweiten Initiative „Charta der Vielfalt“ beigetreten. Deren Mitglieder verpflichten sich zur Wertschätzung und zum Nutzen von Vielfalt. Damit setzt sich die Landesregierung für Diversität ein, in der Landesverwaltung und in der Gesellschaft.

  • Publikation

Praxisleitfaden "Interkultur für alle"

Interkulturalität soll für alle künstlerischen Einrichtungen zur Selbstverständlichkeit werden. Das Land hat deshalb die Erstellung eines Praxisleitfadens initiiert, der von einem Expertenkreis aus Kommunen, Kultureinrichtungen und Migrantenorganisationen erarbeitet wurde