Pressemitteilung

Kunst und Kultur
  • 21.09.2018

Rolle von Kultur im ländlichen Raum: Staatssekretärin Olschowski beim bundesweiten Ideenkongress in Halle

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski hat heute (21. September) beim bundesweiten Ideenkongress TRAFO in Halle Stellung bezogen zur Rolle von Kunst und Kultur für den ländlichen Raum. Beim Kongress geht es um Kultur, Alltag und Politik auf dem Land, um aktuelle Herausforderungen und neue Instrumente der Kulturförderung. Auch in Baden-Württemberg steht der Kulturbereich auf dem Land vor neuen Herausforderungen: Demografischer Wandel, Internationalisierung, Digitalisierung.

„Unser Ziel ist es, Kunst und Kultur in den ländlichen Räumen stark zu halten und neue Bedürfnisse und Herausforderungen zu gestalten. Wir wollen gleichwertige Lebensverhältnisse in den Städten und auf dem Land. Die Teilhabe an Kunst und Kultur darf nicht vom Wohnort abhängen“, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski in Halle und betonte, dass „Kunst und Kultur wie Sport, soziales Engagement und Religion unverzichtbar sind, um Identität, Heimat und den gesellschaftlichen Zusammenhalt konstruktiv zu gestalten“.

Ehrenamt stärken

„Mir ist es ein großes Anliegen, die reiche Vielfalt und die hohe Qualität des kulturellen Angebots in unserem Land zu erhalten und weiterzuentwickeln“, betonte die Staatssekretärin. Zentrale Bedeutung komme in den ländlichen Räumen Baden-Württembergs dem Ehrenamt zu. „Das außergewöhnlich starke ehren-amtliche Engagement hat aber nur Zukunft, wenn es durch professionelle Beratungs- und Qualifizierungsstrukturen unterstützt wird“, so Olschowski.

Kultur gestalten über Gemeindegrenzen hinweg

Entscheidend sei zudem, über Gemeinde- und Landkreis-Grenzen hinaus zu denken: „Die Zeit der sogenannten Kirchturmpolitik ist vorbei: Kommunen müs-sen bereit sein, Kulturentwicklung in regionalen Bündnissen gemeinsam zu planen, um im Netzwerk ein attraktives Kulturangebot für die Bürgerinnen und Bürger zu gestalten“, betonte Olschowski. Interkommunale Zusammenarbeit und Professionalisierung sei dabei nur möglich, wenn der politische Auftrag nicht an der jeweiligen Grenze der Kommune ende, sondern wenn Begrenzungen aufgehoben würden. „Solche regionalen Kooperationen und Verbünde wollen wir fördern“, sagte Olschowski.

„Wir müssen uns jetzt darüber unterhalten, wie und für welche Aufgaben Kommunen, Landkreise, Regierungspräsidien und das Land jeweils Verantwortung übernehmen. Ich bin davon überzeugt, dass wir nur gemeinsam notwendige und erfolgversprechende Veränderungsprozesse umsetzen können“, so Olschowski.

Die Aufgabe aller Akteure im ländlichen Raum liege darin, neue Formen und Inhalte sowie neue Lebens- und Erfahrungswelten mit der Tradition zusammenbringen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Neben dem vom Land mitfinanzierten Projekt „Lernende Kulturregion Schwäbische Alb“ werde dieses Thema beim Dialog „Kulturpolitik für die Zukunft“, der im Juni gestartet wurde und auf zwei Jahre angelegt ist, eine zentrale Rolle spielen. „Mit unserem Dia-log ´Kulturpolitik für die Zukunft` haben wir ein Format aufgesetzt, in dem wir auch in Baden-Württemberg mit den Beteiligten über die zentrale Rolle, neue Ideen und Perspektiven von Kunst und Kultur in ländlichen Räumen diskutieren werden“, so die Staatssekretärin abschließend.

Weitere Informationen

Zum Dialog Kulturpolitik für die Zukunft

Die Kulturstiftung des Bundes finanziert die Modellregion „Lernende Kulturregion Schwäbische Alb“ mit Projektmittel in Höhe von insgesamt drei Mio. Euro für die gesamte Projektdauer von 2016 bis 2020. Die landesseitige Kofinanzierung erfolgt gemeinsam durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst jeweils hälftig mit insgesamt 0,6 Mio. Euro.
Lernende Kulturregion


Mit dem TRAFO Ideenkongress schafft die Kulturstiftung des Bundes eine Plattform für einen offenen Austausch über den Wandel in den ländlichen Regionen Deutschlands und seine Bedeutung für die Kultur. Es geht um wissenschaftliche Erkenntnisse, künstlerische Praxis und neue Förderstrategien.

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