Wissenschaft braucht Vielfalt

Landesinitiative Kleine Fächer

Das Wissenschaftsministerium hat die Landesinitiative „Kleine Fächer – Baden-Württemberg“ vorgestellt. Damit soll die Vielfalt in den Bereichen Lehre und Forschung gesichert werden.

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Universität Tübingen

Der Begriff ‚Kleine Fächer‘ bezeichnet weder den Umfang noch die wissenschaftliche und gesellschaftliche Relevanz der Inhalte dieser Fächer, sondern resultiert aus der jeweils kleinen Anzahl an Studierenden, Standorten und Professuren. Mit ihrem differenzierten Themen- und Methodenspektrum fördern die vielfältigen kleinen Fächer eine Annäherung an aktuelle gesellschaftliche Prozesse und tragen zu einem besseren Verständnis der heutigen komplexen und vielfältigen Welt bei.

Mit der „Landesinitiative Kleine Fächer in Baden-Württemberg“ hat sich die Landesregierung deshalb zum Ziel gesetzt, die Leistungsfähigkeit und Sichtbarkeit der kleinen Fächer an den Universitäten von Baden-Württemberg zu sichern und weiterzuentwickeln. Das Land Baden-Württemberg übernahm hier eine Vorreiterposition, strebte die Landesinitiative doch bundesweit erstmalig eine strukturelle Verbesserung der Situation der ‚Kleinen Fächer‘ an. Von 2015 bis 2018 vereinte der „Zukunftsrat kleine Fächer in Baden-Württemberg“ als landesweite Koordinations- und Moderationsplattform unterschiedliche Akteure, die zum strukturellen Erhalt und Ausbau prekärer fachwissenschaftlicher Kompetenzen beitragen können. Der Zukunftsrat hat im Austausch weit über die Landesgrenze hinaus wegweisende Entwicklungen eingeleitet und vorangebracht.

Entscheidend war außerdem die Einrichtung eines für drei Jahre aufgelegten und mit 3 Millionen EUR ausgestatteten Strukturfonds, aus dem zwischen 2016 und 2019 in zwei Ausschreibungsphasen 13 innovative Konzepte der ‚Kleinen Fächer‘ gefördert werden konnten. Einen Überblick bietet die Broschüre ‚Kleine Fächer‘ in Baden-Württemberg Vielfalt fördern, Kompetenz ausbauen, Zukunft gestalten. Zwischen 2020 und 2024 wurden drei Projekte kleiner Fächer zum Thema „Gesamtgesellschaftlich bedeutsame Beiträge Kleiner Fächer im Bereich Künstliche Intelligenz“ gefördert.

Derzeit fördert das Wissenschaftsministerium folgende Maßnahmen der kleinen Fächer:

  • Promotionen in den kleinen Fächern erhalten eine gezielte Förderung im Rahmen der Landesgraduiertenförderung. Gemäß der Zielsetzung der Landesinitiative Kleine Fächer und der dazu mit den Landesrektorenkonferenzen auf der Grundlage des § 7 Absatz 1 LGFG getroffenen Absprache sollen entsprechend dem Anteil der kleinen Fächer an der jeweiligen Universität oder der Hochschule bis zu ein Drittel der zugewiesenen Mittel für Promotionsvorhaben im Bereich der kleinen Fächer vorbehalten werden.
  • Einzelne Fiebiger-Professuren des Landes sind gezielt für kleine Fächer vorgesehen und leisten einen Beitrag zur strukturellen Stärkung einzelner kleinen Fächer. Derzeit sind zwei Fiebiger-Professuren an der Universität Heidelberg und Tübingen mit Professuren aus den kleinen Fächern besetzt, die nach einer Laufzeit von sechs Jahren durch die Universitäten nachhaltig gestellt werden.

Publikation als PDF: ‚Kleine Fächer‘ in Baden-Württemberg Vielfalt fördern, Kompetenz ausbauen, Zukunft gestalten