Europäische Union

EU fördert Zukunftsprojekte

Symbolbild Flagge der Europäischeßn Union

Fördermittel der Europäischen Union ermöglichen den baden-württembergischen Landeshochschulen Zukunftsprojekte und eine enge Vernetzung mit europäischen Partnern. Allein im aktuellen EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont Europa“ haben Einrichtungen im Zuständigkeitsbereich des Wissenschaftsministeriums EU-Mittel von weit über einer halben Milliarde Euro eingeworben. Die folgenden Projekte stehen stellvertretend für die Vielfalt EU-geförderter Aktivitäten in der baden-württembergischen Hochschul- und Wissenschaftslandschaft.

Symbolbild für ENGAGE.EU


Europäische Universitätsallianz ENGAGE.EU

Die Universitätsallianz ENGAGE.EU  bringt neun führende europäische Universitäten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zusammen. Gemeinsam wollen sie einer neuen Generation von engagierten Europäerinnen und Europäern die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, um den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen und nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. Basierend auf neuesten Erkenntnissen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften steht ENGAGE.EU für einen umfassenden Ansatz, der Engagement in Bildung, Forschung und Gesellschaft vereint.

Die Universität Mannheim ist Mitglied und zugleich Koordinatorin der gesamten Allianz. Aus dem Programm „Erasmus+” wird ENGAGE.EU über vier Jahre mit rund 14 Millionen Euro gefördert. Die Förderung ist Teil der Europäischen Hochschulinitiative. Die Universität Mannheim erhält eine ergänzende finanzielle Unterstützung durch das baden-württembergische Wissenschaftsministerium.

Video: Welcome ENGAGE 2.0 

Symbolbild Wasserstoff


GreenSkills4H2 – europäische Wasserstoffkompetenz

Unter Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bringt das Projekt GreenSkills4H2 europaweit 33 Partner aus Forschung, Hochschulen und Industrie zusammen. Gemeinsam wollen sie eine innovative und nachhaltige Strategie zur Stärkung der Wasserstoffkompetenz in Europa entwickeln und umsetzen.

Das Konzept befasst sich mit dem Qualifikationsbedarf von Beschäftigten in schrumpfenden Sektoren und Übergangsregionen. Durch Höherqualifizierung und Umschulungen sollen Betroffene Zugang zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten im Wasserstoffsektor erhalten.

GreenSkills4H2 umfasst den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft zwischen Industrie und Bildungswesen. Dazu gehören die Entwicklung, Erprobung und Einführung von Lehrplänen und Ausbildungsprogrammen für die berufliche Bildung gemäß den Marktanforderungen sowie eine kontinuierliche Kompetenz- und Karriereentwicklung mit Blick auf grüne und digitale Kompetenzen.

Im Zuge des Programms Erasmus+ erhält das Konsortium von 2022 bis 2026 knapp 4 Millionen Euro.

Symbolbild Ausstellung in der HFT

 

HFT.Lab – Innovations-Labor für das Bauwesen

Das HFT.Lab an der Hochschule für Technik in Stuttgart (HFT) hat sich als Leuchtturmprojekt im Wettbewerb „RegioWIN 2030“ durchgesetzt. Mit diesem, aus EU-Mitteln geförderten Programm, wird eine strategiebasierte und zielgerichtete Regional- und Innovationspolitik in Baden-Württemberg gefördert.

Das HFT.Lab entwickelt sich zu einer regionalen Plattform für Innovationen im Bauwesen. In prominenter Stuttgarter Innenstadtlage, direkt am Campus dreier Hochschulen, entsteht somit erstmals ein Raum für Wissenschaftsdialog auf hohem Niveau. Verschiedene Maßnahmen und ein bedarfsorientiertes Nutzungskonzept machen den Austausch und die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit möglich. Diese Maßnahmen und ihr agiler, innovativer Entstehungsprozess haben das Potenzial, das HFT-Lab als Leuchtturmprojekt für Nachhaltigkeit und Innovation zu etablieren – mit großer Strahlkraft in die Region und darüber hinaus.

DasHFT.Lab wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 1,3 Millionen Euro unterstützt. Dazu kommt die Förderung durch das Wissenschaftsministerium in Höhe von rund 700.000 Euro.

HLRS- Supercomputing in Stuttgart

 

EUROCC: Großprojekte im Höchstleistungsrechnen

Das High-Performance Computing Center (HLRS) Stuttgart koordiniert gleich zwei aufeinander aufbauende europäische Großvorhaben: EuroCC und EuroCC2. Gemeinsames Ziel ist es, die vorhandenen Kompetenzen und Services im EU-weiten Ökosystem des Höchstleistungsrechnens (HPC) auf nationaler Ebene zu ermitteln und auszubauen. Weiterhin sollen Synergieeffekte für ein europäisches Netzwerk von HPC-Kompetenzen genutzt werden. Die Projekte betreffen auch die verbundenen Zukunftstechnologien Höchstleistungsdatenanalyse/Big Data und Künstliche Intelligenz (KI).

Um die beteiligten europäischen Staaten schnellstmöglich in diesen Bereichen zu stärken, werden Nationale Kompetenzzentren etabliert, die öffentlichen und privaten Nutzern aus verschiedenen Sektoren den Zugang zum Höchstleistungsrechnen erleichtern sollen. An diesen Projekten sind 110 Partner aus 32 Staaten beteiligt. Die EuroCC-Projekte werden zu 50 Prozent durch die EuroHPC Joint Undertaking (JU) und zu 50 Prozent durch nationale Förderprogramme der Partnerländer finanziert. Die Gesamtförderung der EU beläuft sich auf knapp 118 Millionen Euro für alle beteiligten Partner. Das Wissenschaftsministerium unterstützt zudem das HLRS bei der Umsetzung mit 633.503 Euro aus seinem Programm „BEGIN - Beteiligung in europäischen Großvorhaben und Initiativen“.

Symbolbild KIT

 

RISEnergy: Innovationen für erneuerbare Energien

Die EU strebt bis 2050 Klimaneutralität an. Das vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) geleitete Projekt RISEnergy (Research Infrastructure Services for Renewable Energy) soll auf dem Weg dahin Innovationen im Bereich erneuerbare Energien beschleunigen – und zwar bis zur Markteinführung. Ein Schwerpunkt des Projekts: Wissenschaft und Unternehmen soll der Zugang zu Forschungsinfrastrukturen in europäischen und nichteuropäischen Ländern erleichtert werden. Mit RISEnergy entsteht ein europäisches Ökosystem, das alle Felder der erneuerbaren Energietechnologien abdeckt. Dazu zählen:

  • Photovoltaik
  • konzentrierte Solarenergie
  • Wasserstoff
  • Biokraftstoffe
  • Windenergie
  • Energie aus Wellen und Gezeiten

Weiterhin werden im Projekt RISEnergy Themen wie integrierte Netze, Energiespeicherung, Materialforschung sowie Informations- und Kommunikationstechnologien vorangebracht. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an kleine und mittlere Unternehmen. Der unkomplizierte Zugang zu Großforschungsinfrastrukturen soll insbesondere die Innovationsentwicklung von KMU unterstützen. Im Zuge des EU-Forschungsförderprogramms Horizon Europe wird das Projekt mit rund 11 Millionen Euro unterstützt.

Junge Frau liest E-Book.

 

aura.ai verknüpft grenzüberschreitend Verkehrsdienste

Theoretisch können sich Menschen in der grenzüberschreitenden Region um Karlsruhe leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen. In der Praxis ist es etwas komplizierter: Der Kauf von Tickets für Fahrten mit mehreren Verkehrsbetrieben kann sich schnell als mühsam erweisen. Meist hat jeder Betreiber eine eigene Online-Plattform, so dass die Reisenden für jeden Dienst ein eigenes Konto anlegen und sich mehrmals identifizieren müssen.

Eine innovative Lösung der Hochschule Karlsruhe, der Université de Haute Alsace und der Fachhochschule Nordwestschweiz könnte dieses Hindernis bald aus dem Weg räumen. Entwickelt wird eine automatische Authentifizierung, die die Privatsphäre respektiert und auf dem Verhalten der Fahrgäste basiert, ein angemessenes Sicherheitsniveau bietet und keinen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Die Lösungaura.ai nutzt Künstliche Intelligenz, um das spezifische Mobilitätsverhalten  eines Fahrgasts sowie die Art und Weise, wie das Smartphone genutzt wird, zu erkennen und zu klassifizieren. Auf diese Weise können die Reisenden genau und zuverlässig identifiziert werden.

Über die grenzüberschreitende „Wissenschaftsoffensive“ wird das Projekt mit 499.288 Euro aus dem EU-Förderprogramm Interreg A Oberrhein sowie mit 249.644 Euro seitens der regionalen Partner Région Grand Est, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gefördert.

Der Arzt tastet den Magen des Patienten in der Gastroenterologie-Klinik ab.

 

PANCAID am Universitätsklinikum Heidelberg

Bauchspeicheldrüsenkrebs hat die niedrigste Überlebensrate aller Krebsarten in Europa. Die größte Herausforderung bei der Behandlung ist die rechtzeitige Diagnose im Frühstadium. Das internationale Forschungskonsortium PANCAID (PANcreatic CAncer Initial Detection via liquid biopsy) hat das Ziel, einen minimal-invasiven Bluttest mit Hilfe der Flüssigbiopsie zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs und seiner Vorstufen zu entwickeln.

Das Projekt, an dem 16 Partner und eine assoziierte Einrichtung aus acht Ländern beteiligt sind, will die derzeitigen Methoden zur Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs revolutionieren und die Prognose für Erkrankte verbessern. Biobankproben von Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patientinnen und -Patienten im Frühstadium sind allerdings selten. Deshalb ist ein multilateraler Forschungsansatz erforderlich. Über Horizon Europe (Mission Krebs) erhält das Projektkonsortium, zu dem auch das Universitätsklinikum Heidelberg zählt, insgesamt 9,8 Millionen Euro.

Professorin im Hörsaal


Traumberuf Professorin Plus

Das Vorhaben „Traumberuf Professorin Plus" (TP+) knüpft an ein äußerst erfolgreiches Vorgängerprojekt an: Innerhalb von vier Jahren sind im Programm „Traumberuf Professorin“ insgesamt 113 Mentees (33 Prozent der Teilnehmerinnen) auf eine Professur berufen worden.

Erstmalig haben sich nun alle 21 Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und die Duale Hochschule in Baden-Württemberg (DHBW) in Kooperation mit der „Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen für angewandte Wissenschaften“ (LaKof) zusammengeschlossen, um TP+ weiterzuentwickeln. Die teilnehmenden jungen Wissenschaftlerinnen erhalten ein einjähriges Mentoring durch eine Professorin oder einen Professor einer HAW bzw. der DHBW, bei dem sie individuelle Wege zur Professur aufgezeigt bekommen.

TP+ wird durch die Hochschule Karlsruhe koordiniert und erhält eine Förderung über den Europäischen Sozialfonds Plus von 464.443 Euro. Dazu kommt die Landesförderung von 348.332 Euro.

Seegelboot Siluette


Fonds für Innovation und Transfer in der Vierländerregion 

Innovative Lösungen für die Region entwickeln und verankern – dieses Ziel verfolgt der Fonds für Transfer und Innovation in der Vierländerregion (FIT) Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein.

Durch den vom Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee koordinierten Kleinprojektefonds wird die grenzübergreifende Zusammenarbeit von regionalen Hochschulen mit Partnern aus der Praxis möglich. Dadurch kann der Wandel in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft positiv gestaltet werden.

Gemeinsam werden neue Lösungen und Perspektiven für die Praxis entwickelt, erprobt und implementiert. Im Fokus stehen die großen Herausforderungen unserer Zeit, wie beispielsweise der gesellschaftliche Zusammenhalt, eine nachhaltige Bodenseeregion sowie neue Arbeitswelten. Über das EU-Förderprogramm Interreg A Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein (ABH) wird der Fonds mit 1.679.986 Euro unterstützt.

Zwei junge Wissenschaftlerinnen machen Experimente im Labor.

 

proSTEM - ICSE Academy für europäische MINT-Lehrkräfte

Fachkräfte in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) sind gefragt: Das Internationale Zentrum für MINT-Bildung (ICSE) an der Pädagogischen Hochschule Freiburg hat sich das Ziel gesetzt, die Bildung in diesen Disziplinen durch praxisbezogene Forschung und deren Transfer europaweit zu verbessern.

Dabei setzt das Projekt proSTEM-ICSE Academy bei den Lehrkräften an. Im Zuge der ICSE Academy werden innovative Formen des beruflichen Lernens für MINT-Lehrkräfte während der Ausbildung sowie in der Berufstätigkeit erarbeitet und angeboten. Dazu zählen Aktivitätsformate wie Job-Shadowing, Workshop-Reihen und Sommerschulen, die aktuelle und zukünftige MINT-Lehrkräfte aus ganz Europa zusammenbringen.

Die ICSE Academy ist ein gemeinsames Vorhaben von 13 Hochschuleinrichtungen, 13 Behörden und 65 Schulen in 13 europäischen Ländern. Die Gesamtfördersumme der proSTEM - ICSE Academy über Erasmus+ beläuft sich auf 1.869.159 Euro. Am ICSE koordiniert die PH Freiburg neben der Akademie weitere EU-geförderte Drittmittelprojekte.