Landarzttrack und Regionen für ärztliche Ausbildung

Vom Hörsaal in die Hausarztpraxis

Medizinstudentin spricht mit einem Patienten

Karriereziel Allgemeinmedizin auf dem Land? Warum Hausarzt oder Hausärztin ein echter Traumjob ist, erfahren baden-württembergische Medizinstudierende frühzeitig im „Landarzttrack“ und bei Hospitationen in ausgewiesenen Modellregionen. Beide Maßnahmen sind Teil eines 2020 von der Landesregierung verabschiedeten Pakets zur Stärkung der Allgemeinmedizin und der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.

Das Ziel: Junge Menschen sollen für eine hausärztliche Tätigkeit außerhalb der Großstädte begeistert werden. Vorteile der Arbeit als „Landärztin“ oder „Landarzt“ reichen vom persönlichen Kontakt zum Patientenstamm bis zum engen Austausch mit anderen Gesundheitsberufen. Gerade auf dem Land bieten die fortschreitende Digitalisierung und die Telemedizin neue Chancen – sowohl für die Patientenversorgung als auch für die ärztliche Aus- und Weiterbildung. Um diese Vorteile zu vermitteln, hat das Wissenschaftsministerium mit den Medizinischen Fakultäten das Neigungsprofil „Ländliche Hausarztmedizin“ („Landarzttrack“) sowie die „Regionen für ärztliche Ausbildung“ auf den Weg gebracht.

Modellregionen: Landärztin trifft Unimedizin

Tuttlingen, Crailsheim oder der Ostalbkreis: Insgesamt fünf „Regionen für ärztliche Ausbildung“ bringen die Vernetzung der Medizinischen Fakultäten mit ländlichen Lehrkrankenhäusern, Praxen und Gemeinden voran. Dadurch wird die akademische Ausbildung an baden-württembergischen Universitäten enger mit der Krankenversorgung in der Praxis verzahnt. Bei Blockpraktika oder Hospitationen in diesen regionalen Einrichtungen sollen Studierende für eine spätere landärztliche Tätigkeit gewonnen und begeistert werden.

Die Umsetzung der Modellregionen ist 2021 gestartet. Bis Ende 2022 hat das Wissenschaftsministerium diese Gebiete mit insgesamt 1,5 Millionen Euro im Rahmen des „Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg“ gefördert. Weiterhin können die Medizinischen Fakultäten Mittel aus der Hochschulfinanzierungsvereinbarung für die (Fort-) Entwicklung von Lehrangeboten im Bereich  „Allgemeinmedizin und Versorgung in ländlichen Regionen" aufwenden.

Für folgende Regionen übernehmen die jeweiligen Medizinischen Fakultäten besondere Verantwortung:

Die enge Kooperation zwischen den Medizinischen Fakultäten und den regionalen Gesundheitseinrichtungen, stärkt die medizinische Versorgung auf dem Land. Durch die Anbindung an die Universitätsmedizin und die Digitalisierung gelangt zusätzliche Expertise in ländliche und von Unterversorgung bedrohte Gebiete.
Studierende erhalten die Möglichkeit, frühzeitig Kontakte in den Modellregionen zu knüpfen: Bei Praktika oder Hospitationen erleben die angehenden Medizinerinnen und Mediziner die hausärztliche Tätigkeit aus erster Hand. So können die Studierenden ihr Interesse überprüfen und ihre weitere Ausbildung entsprechend ausrichten.

„Mit all diesen Maßnahmen adressieren wir die zentrale Herausforderung unseres Gesundheitssystems: die flächendeckende ärztliche Versorgung im ländlichen Raum auch in Zukunft zu gewährleisten. Deshalb wollen wir Medizinstudierende frühzeitig für eine Tätigkeit auf dem Land begeistern.“
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski
Medizinstudentin schreibt auf einem Laptop

Auf der Überholspur in die Hausarztpraxis

Seit dem Wintersemester 2020/2021 wird das Neigungsprofil „Ländliche Hausarztmedizin“ („Landarzttrack") an den medizinführenden Universitäten in Baden-Württemberg angeboten. In speziellen Ausbildungsmodulen erhalten Studierende Einblicke in die allgemeinmedizinische Versorgung. Der „Landarzttrack“ steht allen angehenden Ärztinnen und Ärzten offen, ein Einstieg ist in jeder Studienphase möglich.

Im Neigungsprofil können sich Medizinstudierende optimal auf eine spätere Tätigkeit in einer ländlichen Hausarztpraxis vorbereiten. Außerdem lernen sie die Arbeit von Hausärztinnen und -ärzten sowie weitere Versorgungseinrichtungen auf dem Land kennen. Ziel des Landarzttracks ist es, einen klaren Karriereweg in die hausärztliche Versorgung zu ebnen.

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