Drei Länder wollen Hochschulen einen souveränen und einfachen Zugang zu Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglichen. Dafür starten die drei Länder das Projekt „COSAI – Collaboration on Sovereign and Efficient AI-Infrastructure“. Gemeinsam entwickeln sie eine Architektur für eine länderübergreifende KI-Infrastruktur. Hochschulen sollen darüber künftig KI-Dienste gemeinsam nutzen und eigene Angebote bereitstellen können.
KIT und Uni Tübingen beteiligt
Die drei beteiligten Wissenschaftsministerien fördern das Projekt über drei Jahre mit insgesamt knapp drei Millionen Euro. Baden-Württemberg stellt rund eine Million Euro bereit. Aus Baden-Württemberg sind das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Uni Tübingen dabei.
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Die digitale Souveränität ist ein entscheidender Faktor für die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung unserer Wissenschaft. Mit COSAI treten wir gemeinsam für eine länderübergreifende KI-Infrastruktur ein, die es unseren Hochschulen ermöglichen soll, selbstbestimmt über ihre digitalen Prozesse und Daten zu entscheiden.“
Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz an Hochschulen wächst in rasantem Tempo. Wer unabhängiger zum Beispiel von kommerziellen Cloud-Anbietern werden will, braucht eine eigene leistungsfähige KI-Infrastruktur. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern verfügen bereits über starke Rechenressourcen. Ich freue mich sehr, dass wir mit COSAI an die bestehende Zusammenarbeit anknüpfen und unsere vom Wissenschaftsrat gelobten Stärken aus Nordrhein-Westfalen einbringen können. Das Projekt ordnet sich in eine strategische Investitionsoffensive zum Infrastrukturaufbau für Künstliche Intelligenz und Digitalisierung an nordrhein-westfälischen Hochschulen ein. Als Landesregierung treiben wir mit unseren Partnern konsequent die wichtigen Zukunftstechnologien voran – auch um unabhängiger von Staaten zu werden, die unsere Werte nicht teilen.“
Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst des Freistaats Bayern: „KI-Souveränität gelingt am besten gemeinsam. Mit COSAI bündeln Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ihre Kompetenzen für eine leistungsfähige, länderübergreifende KI-Infrastruktur aus der Wissenschaft für die Wissenschaft. Forschende und Lehrende sollen einfach, sicher und souverän auf KI-Modelle und Rechenleistung zugreifen können – auch ohne eigene leistungsfähige KI-Hardware. Mit LRZ und RRZE bringen wir zwei bayerische KI-Powerhouses und unsere BayernKI-Infrastruktur ein. So wird aus drei starken Ländern ein noch stärkeres KI-Netzwerk für die Wissenschaft.“
COSAI schafft die technologische Basis, um KI-Modelle und Rechenleistung künftig über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg zu teilen. Dafür entwickelt das Projekt eine gemeinsame Architektur mit einheitlichen Schnittstellen. Davon werden perspektivisch insbesondere auch Hochschulen profitieren, die selbst nicht über leistungsfähige KI-Hardware verfügen.
Versorgung auch für Hochschulen ohne leistungsfähige KI-Hardware
Das System soll darauf ausgelegt werden, KI-Anfragen der Hochschulen vollautomatisch an den jeweils optimalen Ort weiterzuleiten. Dabei soll es in Bruchteilen von Sekunden prüfen, welches Modell die Aufgabe am besten lösen kann, wo Rechenkapazitäten frei sind und wie die Daten klassifiziert sind. Besonders sensible Forschungsdaten werden so nur mit geeigneten Modellen und mit entsprechender Hardware sicher und rechtlich zulässig verarbeitet.
Ein weiterer Baustein ist ein „Bring Your Own Model“-Portal (BYOM). Hochschulen können darüber eigene KI-Modelle auf der gemeinsamen Infrastruktur bereitstellen und betreiben.
Empfehlung des Wissenschaftsrats
Mit COSAI setzen die drei Länder eine Empfehlung des Wissenschaftsrats um. In seinen im Juli 2026 veröffentlichten „Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten generativer KI“ betont der Wissenschaftsrat die Bedeutung leistungsfähiger und souveräner Infrastrukturen über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg.
Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen knüpfen damit an ihre bisherige Zusammenarbeit bei digitalen Infrastrukturen an. Mit COSAI wollen sie diese Zusammenarbeit auf die Künstliche Intelligenz ausweiten.


