Grundlage für mögliche Rückgaben ist die Provenienzforschung. Diese wissenschaftliche Aufarbeitung der Herkunftsgeschichte hat auch zum Ziel, den Kontext der Entwendung, die kulturelle Bedeutung und die Sammlungsgeschichte von Kulturgütern und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten zu erforschen. Dabei werden auch Verbindungen zu und Zusammenhänge mit anderen Objektgruppen und Sammlungen in den Blick genommen. Grundlegend für die Provenienzforschung ist die Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten oder Institutionen aus Herkunftsgesellschaften und -ländern.
Dadurch sollen die Provenienzen soweit aufgeklärt werden, dass Rückgaben an die Herkunftsgesellschaften bzw. -staaten möglich sind, wenn von einem unrechtmäßigen Erwerb auszugehen ist. Dies ist eine komplexe, personalintensive und langfristige Aufgabe. Deshalb finanzieren das Land und die Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam eine Stelle zur Provenienzforschung am Linden-Museum. Gemeinsam mit den Universitäten Freiburg und Tübingen finanziert das Land jeweils eine Stelle, um die Provenienz von menschlichen Überresten zu erforschen.