POPLÄND

Dialog Popkultur Baden-Württemberg

Dialog zur Zukunft der Populären Kultur

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst setzt den Kulturdialog 2020 fort und startet 2023 den Dialog zur Zukunft der Populären Kultur und insbesondere der Popmusik in Baden-Württemberg. Nach der Auftaktveranstaltung am 11. Mai 2023 in Mannheim wurde der landesweite, auf ein Jahr angelegten Strategieprozess „POPLÄND“ am 30. November 2023 in Freiburg fortgesetzt. Die dritte POPLÄND-Konferenz findet am 29. Februar 2024 in Reutlingen statt. 

Gemeinsam besprechen Politik, Künstlerinnen und Künstler sowie Expertinnen und Experten aus Popmusik, Clubs und anderen Kultureinrichtungen, wie die Richtlinien der Kulturpolitik für den Bereich Popkultur auch in Zukunft erfolgreich fortgeschrieben werden können. Der Fokus liegt dabei mit der Popmusik auf einer besonderen Stärke des Landes.

„Pop in und aus Baden-Württemberg spielt eine große Rolle. Dank der vielen Bands, Projekte, Labels und Aktiven in dem Bereich, dank der lebendigen Club- und Live-Musik-Szene sind wir POPLÄND. Gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern diskutieren wir, wie wir der Szene helfen können, wie wir das Segment stärken und wie wir der Popkultur die Anerkennung zuteilwerden lassen, die sie verdient“, sagte Kunststaatssekretär Arne Braun. Er wolle die Leitlinien der Kulturpolitik im Bereich Popkultur erfolgreich fortschreiben. Und Pop – was heißt das überhaupt? Neben Musik ist auch Club-Kultur, Spoken Word oder Film gemeint.

Pop hat künstlerische wie ökonomische Bedeutung

Mit rund zwei Milliarden Euro Umsatz, davon rund 559 Millionen in Baden-Württemberg, ist die Musikwirtschaft nicht nur künstlerisch, sondern auch ökonomisch von hoher Bedeutung. 2021 wurden rund zwei Drittel des Umsatzes über die Musikrichtungen Pop und Deutsch-Pop, Hip-Hop, Rock und Dance erzielt.

Die Musikwirtschaft in Baden-Württemberg zählte zu den Branchen, die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen waren. So halbierte sich ihr Umsatz 2020 von 772 Millionen Euro auf rund 386 Millionen Euro. Mit dem Corona-Hilfsprogramm „Perspektive Pop“ hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in zwei Förderrunden zahlreiche Projekte von Popmusikerinnen und -musikern sowie Live-Musik-Stätten gefördert.

Wichtiges kulturpolitisches Vorhaben der Legislatur

Mit dem Dialogprojekt setzt das Kunstministerium ein wichtiges kulturpolitisches Vorhaben des Koalitionsvertrages um: die Kulturpolitik des Landes stärker der populären Kultur zu öffnen und zur besseren Vernetzung der Akteure beizutragen. In rund einem Jahr werden Musikerinnen und Musiker, Popszene, Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturinstitutionen, Veranstalterinnen und Veranstalter und Kulturfördernde in Arbeits- und Beteiligungsformaten die Entwicklung, Bedarfe und Förderleitlinien in dieser Sparte diskutieren und bewerten.

Der Dialog zur Popkultur knüpft damit an den erfolgreichen, von 2018 bis 2020 durchgeführten Dialog | Kulturpolitik für die Zukunft an, den die damalige Staatssekretärin und heutige Ministerin Petra Olschowski geleitet hat. Der jetzt startende Dialog vertieft dessen Ergebnisse, um neue Ideen und Strategien der Popförderung zu entwickeln. Die Impulse, Beiträge und Diskussionsergebnisse sollen die Grundlage für die zukünftigen Leitlinien der Kulturförderung bilden.

Pop sei kein Gegensatz zu anderen Kulturbereichen, sondern finde sich auch in Theatern, Orchestern und Museen – „Wenn beides zusammenkommt, dann entsteht Spannendes“, sagte Arne Braun.

Feierlicher Auftakt in Kooperation mit der Popakademie am 10. Mai

Der Startschuss für POPLÄND wurde musikalisch am 10. Mai 2023 in Mannheim gesetzt. Im Anschluss an die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Popakademie öffnete Staatssekretär Arne Braun ab 20 Uhr die Türen der Alten Feuerwache für alle Popinteressierten: Es traten Bands der Popakademie auf, wie u.a. Konstantin Gropper (Get Well Soon), Alex Mayr, Die Schlagzeugmafia, ok.danke.tschüss und weitere.

Zur Website der Popakademie Baden-Württemberg

Auftaktveranstaltung Dialog POPLÄND
am 11. Mai

Am 11. Mai 2023 wurde POPLÄND in Dialogform mit rund 100 Teilnehmenden fortgesetzt. Vorträge von Prof. Dr. Barbara Hornberger (Bergische Universität Wuppertal) und Prof. Dr. Marcus Kleiner (SRH University of Applied Sciences Berlin) setzten Impulse und regten an, über Pop und die Zukunft der Popmusik neu und anders nachzudenken. Die Schwerpunktthemen des Auftakts waren: Identifikation durch Pop, die Zukunft des Pop und Räume für die Popkultur.

Zu diesen Themen kamen die Teilnehmenden des Dialogs in kleineren Foren zusammen und tauschten sich intensiv aus. Sie diskutierten beispielsweise, wie digitale Formate verändern, wie Musik konsumiert oder komponiert wird oder wie sich die Live-Musik-Szene und ihr Publikum in den Corona-Jahren verändert haben. 

Zur Pressemitteilung POPLÄND

Zweite POPLÄND-Konferenz am 30. November 2023 in Freiburg

Für den zweiten POPLÄND-Dialog treffen sich am 30. November 2023 erneut Musik- und Kunstschaffende, Veranstaltende, Kulturinstitutionen, Popbegeisterte, Kulturpolitik und Kulturverwaltungen, um über die Zukunft der Popkultur in Baden-Württemberg zu beraten.

Im Kulturpark-Areal in Freiburg wird in drei großen Arbeitsforen über die Themen Nachhaltigkeit & Green Culture, Awareness & Safer Nightlife sowie Diversität & Machtstrukturen diskutiert. Ziel ist sowohl der Erfahrungs- und Wissensaustausch untereinander als auch die Sammlung von konkreten Handlungsempfehlungen an die Popkultur und die Kulturpolitik des Landes.

Impulse aus der Praxis geben Felix Grädler (Geschäftsführer halle02 in Heidelberg, Green Culture Index BW, Vorstand LiveKomm), Kristina Mühlbach (Nachtkulturbeauftragte im Kulturamt Freiburg), Jamila Al-Yousef (Sängerin, Kulturwissenschaftlerin, Festivalkuratorin und Antirassismus-/Empowermenttrainerin), Ella Stracciatella (DJ und Gründerin LocArtista Freiburg), Zora Brändle (Nachhaltigkeitsexpertin und 2. Vorsitzende von Clubkultur Baden-Württemberg e.V.), Kenny Joyner (Sänger der Band FATCAT), Julia Lauber und Felix Birsner (Duo WILLLMAN) und Lea Dorn (Landeskampagne „nachtsam. Mit Sicherheit besser feiern“).

Musikalische Highlights gibt es am Vormittag mit dem Electropop-Duo WILLMAN und am Abend um 20 Uhr im Slow Club beim Konzert der deutsch-französischen Rapperinnen Suza & DieMooDie und ihren Kolleginnen.

Zum kompletten Programm am 30. November

Dritte POPLÄND-Konferenz am 29. Februar 2024 in Reutlingen

Der Popdialog geht in die dritte Runde. Die Konferenz in Reutlingen gibt am 29. Februar 2024 erneut Gelegenheit zum Austausch über die Situation der Popmusik und Popkultur in Baden-Württemberg. Ziel ist sowohl der Erfahrungs- und Wissensaustausch untereinander als auch die Sammlung von fundierten Handlungsempfehlungen für die Kulturpolitik in THE LÄND.

Im Kulturzentrum franz.K wird in Arbeitsforen über die Herausforderungen in den drei großen Handlungsfeldern diskutiert: Pop MACHEN (Was braucht die Kunst?) – Pop VERANSTALTEN (Festivals, Clubs, Live-Spielstätten stärken) – Pop FÖRDERN (Netzwerkstrukturen & Ansprechpartner). Ein besonderes Augenmerk liegt dieses Mal zudem auf den Bedarfen von Pop in LÄNDLICHEN RÄUMEN, den Chancen und Herausforderungen jenseits der urbanen Zentren.

Impulse geben Christian „Crada“ Kalla (Grammy-nominierter Musikproduzent für Drake, Alicia Keys, Kendrick Lamar, Sido, Tim Bendzko, Rea Garvey, Kool Savas uvm., Gewinner des deutschen Musikautor:innenpreises der GEMA in der Kategorie HipHop 2019, Gründer und Geschäftsführer des Independent Musiklabels und -verlags PLYGRND), Nils Max (Projektleiter Regionet an der Popakademie BW und Vorstandsmitglied von pop.bw), Eva Sauter (Singer-Songwriterin), Christa Dziallas (Bundesverband für Popularmusik, Projektleiterin „Pop To Go“), Chriss Fakler (Kulturhalle Abdera in Biberach), Maximiliane Vilser (Verband für Popkultur in Bayern, Projekt „Pop in ländlichen Räumen“), Eva Weissmüller (Geschäftsführerin Landesmusikverband und Landesmusikjugend BW) und Michael Wielath (Popbüro Oberschwaben-Bodensee).

Für ein musikalisches Highlight sorgt am Vormittag Eva Sauter, Tübingerin und Frontfrau der Band okay.danke.tschüss, die am 15. Februar ihre (teilweise bereits ausverkaufte) „Das neue Normal“ Club- und Festival-Tour 2024 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz startet.

Das POPLÄND-Programm am 29. Februar

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie an: poplaend@mwk.bwl.de

Weitere Informationen:

Unter dem Titel „POPLÄND“ kommen in vier Veranstaltungen von Mai 2023 bis Mai 2024 Kultureinrichtungen, Musikerinnen und Musiker, Veranstalterinnen und Veranstalter, Popbegeisterte und Kulturfördernde zusammen. Der Prozess wird von Expertinnen und Experten begleitet. 

Informationen zur Kulturpolitik des Landes

Green Culture: Klimaschutz & Kultureinrichtungen

Die Kulturpolitik in Baden-Württemberg

Dialog | Kulturpolitik für die Zukunft

 

Weitere Meldungen

Clara Vetter
  • Kunst und Kultur

Jazz-Preis Baden-Württemberg 2023 geht an Pianistin und Komponistin Clara Vetter

Symbolbild
  • Kunst und Kultur

Impulsprogramm Kultur nach Corona – 2 Millionen Euro für 49 Popmusikprojekte

Corona-Förderprogramm Perspektive Pop
  • Kunst und Kultur

„Perspektive Pop“: 1,2 Millionen Euro für landesweit 38 Musikprojekte

pixabay
  • Kunst und Kultur

Perspektive Pop – zwei Millionen Euro für Live-Musikszene