Pressemitteilung

Forschung
  • 15.09.2015

Zentrum angewandter Forschung zu nachhaltigen Energiesystemen erhält Förderbescheid

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Das Zentrum „Urbane ENergiesysteme und Ressourceneffizienz - ENsource“, unter Leitung der Hochschule für Technik Stuttgart, testet vor Ort Technologien und Geschäftsmodelle, die Energiewende möglich machen

„Die Energiewende ist eine Herausforderung, die praktische und innovative Lösungen braucht. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind mit ihrer anwendungsorientierten Forschung prädestiniert dafür“, so Bauer

„Die Umsetzung der Energiewende ist für Wirtschaft und Wissenschaft Herausforderung und Chance zugleich“, sagte Ministerin Theresia Bauer heute anlässlich der Übergabe des Förderbescheids an der Hochschule für Technik Stuttgart. Diese wird die Koordination des neuen Zentrums für angewandte Forschung (ZAFH) übernehmen, an dem noch sieben weitere HAW beteiligt sind.

Forschungszentrum im Zeichen der Energiewende

Die Energieerzeugung und -distribution der Zukunft benötigt dezentralisierte und flexible Lösungen sowie die Vernetzung von Erzeugern, Wandlern, Speichern, Verteilern und Verbrauchern. Der Forschung kommt hierbei die elementare Aufgabe als Innovator zu.  Außerdem muss sie Umsetzungsbarrieren erkennen und verstehen, wie diese abgebaut werden können. Dabei steht auch Verbraucherverhalten im Fokus.

Das ZAFH „Urbane ENergiesysteme und Ressourceneffizienz - ENsource“ versucht genau dies. Die Idee: entwickelte Simulations-, Automatisierungs- und Optimierungstools sowie Geschäftsmodelle, die moderne Energiesysteme möglich machen, an mehreren konkreten Fallbeispielen anwenden.

Zwei Beispiele:

  • Auf der Insel Rheinau sollen verschiedene Formen der nachhaltigen Energieerzeugung (Photovoltaik, Windenergie, Solarthermie sowie die Nutzung von Biogasanlagen) in ein Gesamtenergiekonzept integriert und mit einem Finanzierungsmodel ergänzt werden.
  • Im Gewerbegebiet der Robert Bosch GmbH in Schwieberdingen soll die bestehende Energieversorgung des dortigen Forschungs- und Entwicklungszentrums analysiert werden und es soll geprüft werden, wo eine verstärkte Nutzung von nachhaltigen Energiequellen und Kraft-Wärme Kopplung möglich ist.   

„Unseren Hochschulen für Angewandte Wissenschaften kommt eine Schlüsselrolle als Innovatoren zu - gerade was die zahlreichen technischen und sozialen Fragestellungen bei der Bewältigung der Energiewende betrifft“, betont Bauer.

Kooperation und Förderung eröffnen Möglichkeiten

„ENSource“ wird dafür in den kommenden drei Jahren Fördermittel von bis zu 1,5 Millionen Euro erhalten, die zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kommen. Nach erfolgreicher Evaluation des Projekts kann der Beitrag noch um bis zu 1 Million für zwei weitere Jahre ansteigen. Weitere Fördermittel kommen außerdem durch Partner der ZAFH, wie die Universität Stuttgart, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) oder das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg in das Projekt. Zudem konnte man diverse Partner aus der Wirtschaft gewinnen, u.a. EnBW Ostwürttemberg Donau, die Robert Bosch GmBH, die Bechtle Systemhaus Holding AG und weitere.

Das Zentrum wird dazu beitragen, Herausforderungen und Potentiale der Energiewende besser zu verstehen und umzusetzen. „Die ZAFH haben die Bildung der individuellen Profile der Hochschulen für angewandte Wissenschaften vorangebracht. Mit der Förderung von ‘ENsource’ gehen wir diesen Weg jetzt weiter“, so Bauer.

Hinweis für die Redaktionen:

Ein ZAFH ist ein hochschulübergreifender Forschungsverbund, zu dem sich mehrere Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und Universitäten sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammenschließen. Unter Leitung einer HAW bearbeiten die Partner des ZAFH wichtige Themen im Bereich der Schlüsseltechnologien. In der ZAFH „Urbane ENergiesysteme und Ressourceneffizienz - ENsource“ arbeiten neben der Stuttgarter Hochschule sieben weitere Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (Hochschulen Pforzheim, Heilbronn, Biberach, Reutlingen, Rottenburg, Mannheim und Aalen) mit zwei Universitäten (Universität Stuttgart und KIT) und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg zusammen. Zusätzlich assoziierte Projektpartner aus der Wirtschaft sind u.a. EnBW Ostwürttemberg Donau, die Robert Bosch GmbH, die MESA-Bammertal GmbH, Bechtle Systemhaus Holding AG oder die Initiative smart businessIT.

Als Leiterin des ZAFH wird die renommierte Physikerin Prof. Ursula Eicker von der Hochschule für Technik Stuttgart fungieren, die bereits eine Vielzahl geförderter Projekte in der Erforschung nachhaltiger Energieerzeugung und -versorgung durchführen durfte. Prof. Eicker ist u.a. beteiligt an einem vom Wissenschaftsministerium geförderten, sogenannten „Reallabor“. Das Reallabor „EnSign“ versucht, einen klimaneutralen Hochschulcampus am Beispiel des Innenstadtcampus der Hochschule für Technik zu modellieren.

In der aktuellen EU-Förderperiode (2014 - 2020) fördert das Ministerium für Wissen-schaft, Forschung und Kunst mit insgesamt 15 Mio. Euro (7,5 Mio. Euro aus Landesmitteln und 7,5 Mio. Euro aus EFRE-Mitteln) mehrere neue ZAFH. Dadurch konnten bis dato drei neue Zentren an der Hochschule Ulm („MikroSens“), Hochschule Ravensburg-Weingarten („Digitaler Produktlebenszyklus (DiP)“) und jetzt Hochschule für Technik Stuttgart vorgestellt werden. Eine weitere Tranche wird in Kürze ausgeschrieben.


Ministerium

Wissenschaftsministerium 220x115

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Ministerin

Theresia Bauer

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Theresia Bauer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Quelle: Uli Regenscheit

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